Dekanat Gießen

Katholische Pfarreien werden umstrukturiert

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Gießen (pm). Im »Pastoralen Weg« des Bistums Mainz soll nicht nur Kirche weiterentwickelt, sondern auch die Seelsorge und die Pfarreien neu strukturiert werden. Die Dekanatsversammlung Gießen gab nun ihr Votum für zukünftige drei Pfarreien ab. Die endgültige Entscheidung liegt beim Mainzer Bischof Kohlgraf.

Die grundlegende Frage »Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?« hat für die derzeit 34 000 katholischen Gläubigen im Dekanat Gießen neben einer geistlich-theologischen Dimension auch eine organisatorische. Diese betrifft die Anzahl der zukünftigen Pfarreieinteilung.

Die Antwort auf diese Frage ist durch das Votum der Mitglieder der Dekanatsversammlung konkreter geworden: Über 70 haupt- und ehrenamtlichen Delegierte aus der Seelsorge, den Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten sowie der katholischen Kindertagestätten, der katholischen Vereine, Verbände und Jugend votierten in einer schriftlich durchgeführten Abstimmung vor der Versammlung am Samstag für eine perspektivische Aufteilung in drei Pfarreien als neue Verwaltungseinheiten. Wegen der Beschränkungen durch die Covid-19-Pandemie und wieder steigenden Infektionszahlen konnte die Dekanatsversammlung erneut nicht in Präsenz stattfinden.

Die neuen Pfarreien umfassen: 1. die Stadt Gießen und Heuchelheim, 2. Linden, Langgöns, Pohlheim, Lich und Hungen sowie 3. Lollar, Londorf, Großen-Buseck, Grünberg und Laubach.

Drei Varianten vorausgewählt

Die Variante, das gesamte Dekanat in eine Pfarrei zu überführen, unterlag beim Votum mit sechs Stimmen Unterschied knapp. »Wenn zwölf Gemeinden zu dreien zusammengefasst werden, kann das zunächst mit Verlustängsten wahrgenommen werden. Diese Bedenken werden auch gehört«, erklärte Dekan Hans-Joachim Wahl. Der Begriff Pfarrei sei zunächst rechtlich als Verwaltungseinheit gedacht. »Das Leben, der Glaube und das Engagement an den künftigen Kirchorten - das, was wir jetzt umgangssprachlich Pfarrgemeinde nennen - wird aber in der neuen Form weitergehen: mit neuen Schwerpunkten, neuen Netzwerkmöglichkeiten und hoffentlich auch Freiräumen für neue Ideen von Kirche mit und für die Menschen.«

Gemäß der Vorgabe des Bistums dürfen die Dekanate wegen des absehbaren starken Rückgangs von Geld und Personal zukünftig nur noch aus einer, zwei oder drei Pfarreien bestehen. Daher ist die Umstrukturierung notwendig.

Der Prozess dazu erstreckt sich nun fast über zwei Jahre. Die Delegierten hatten im Herbst aus einer Liste von elf Modellen mit verschiedenen Zuschnitten drei ausgewählt, die in den Gemeinden vorgestellt wurden. Auf den neuen Pfarreizuschnitten basiert auch das pastorale Zukunftskonzept des Dekanats, das Ende des Jahres von der Dekanatsversammlung beschlossen werden und zur Sichtung in Mainz vorgelegt werden muss.

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