Bleibt doch stehen: die Küstentanne im Brunnental. FOTO: TB
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Bleibt doch stehen: die Küstentanne im Brunnental. FOTO: TB

"Kampf um die Küstentanne" erfolgreich

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Die Kettensäge kommt nun doch nicht zum Einsatz: Im Ergebnis einer erneuten Beratung hat sich Grünbergs Magistrat mit knapper Mehrheit gegen die Fällung der imposanten Küstentanne am alten Wasserwerk im Brunnental entschieden. Naturschutzbund und Grüne, die die Pläne kritisiert hatten (die GAZ berichtete), dürften zufrieden sein.

Zwei Aspekte bestimmten den Worten von Bürgermeister Frank Ide zufolge die Beratungen im Magistrat.

Zum ersten die Frage, wie man der Durchfeuchtung der Fläche unterm Baum bzw. an der Freiluftbühne Herr werden könne (oberhalb davon gibt es zwei Quellen, die Red.). Dass die Wurzeln das Verlegen einer neuen Drainageleitung verhinderten, hatte Ide als einen Grund für die Fällung angeführt. Dass die alten Ableitungsrohre womöglich nur verstopft seien, hatten die Kritiker dagegengehalten.

Diesen erteilte der Bürgermeister schließlich die "Erlaubnis zum Graben", und Mitglieder des Nabu griffen tatsächlich zum Spaten. Um doch an ihre Grenzen zu stoßen. Ide: "Ein Rohr liegt zu tief, da ist mit Handarbeit nichts mehr zu machen."

Auftrag an Baufirma

Wie von der städtischen Exekutive nun beschlossen, sollen daher bei einer Baufirma Angebote für das Freilegen und eventuelle Reparieren der alten Drainageleitung eingeholt werden. Zudem soll der Zufluss zum Becken wiederhergestellt werden, das sich unterhalb der Mauer befindet, die die Freilichtbühne abstützt.

Zweiter Aspekt betraf den Zustand besagter Mauer, die bereits einen Riss aufweist. "Die bleibt nun, wie sie ist", fasste Ide das Ergebnis zusammen. Ohne Fällung der Tanne ist für ihn "das Problem in die Zukunft verlagert worden". Da der Baum bei Wiederherstellung der Drainage aber künftig weniger Wasser bekomme, wachse er vielleicht auch nicht mehr so schnell, richte somit weniger Schaden an.

Rückblick: Im September publik geworden, stieß geplante Fällung des Baums auf ein geteiltes Echo. Der Magistrat war zunächst Ides Argumenten gefolgt. Wozu auch zählte, dass der Baum irgendwann einmal bei einem Sturm auf das Wasserwerk (Maschinenhaus) stürzen könnte.

Ganz anders sahen das der Ortsverband Grünberg des Naturschutzbundes und die Grünen. Kritik an der Fällung der rund 50 Jahre alten Tanne ward auch in den Leserbriefspalten laut.

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