Corona macht auf den Jugendlichen zu schaffen. Kontakte gibt es derzeit überwiegend auf digitalem Weg. Kreative Angebote draußen - wie auf diesem Archivfoto aus Vor-Corona-Zeiten in Linden - sollen Abwechslung bieten. ARCHIVFOTO: PAD
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Corona macht auf den Jugendlichen zu schaffen. Kontakte gibt es derzeit überwiegend auf digitalem Weg. Kreative Angebote draußen - wie auf diesem Archivfoto aus Vor-Corona-Zeiten in Linden - sollen Abwechslung bieten. ARCHIVFOTO: PAD

Die Jugend von heute

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Jugendlichen brauchen Kontakte zu Gleichaltrigen. Doch wenn Schule und Sportverein schließen, bleiben meist nur die digitalen Medien, um in Kontakt zu bleiben. Eine anspruchsvolle Zeit für die Jugendarbeit - so auch in Linden.

Es ist derzeit kein Vergnügen, Jugendlicher zu sein: In einem Alter, in dem man je nach Vorliebe die Nähe zum anderen oder eigenen Geschlecht sucht, soll man plötzlich Distanz halten. Partys, ins Kino gehen, Bros treffen - alles nicht möglich. Statt der Freunde in der Schule sieht man wochenlang beim Homeschooling nur die eigenen Eltern und Geschwister. Dazukommt die Sorge um Oma und Opa, die Risikogruppe sind. Und selbst im Mannschaftssport kann man sich nicht mehr auspowern und den Kopf frei kriegen, denn der ist coronabedingt abgesagt.

Alexandra Agel, Jugendpflegerin der Stadt Linden, hat in den vergangenen Wochen mitbekommen, dass die Kinder und Jugendlichen sehr besorgt sind. Unter anderem wurde gefürchtet, dass die Schulen wieder schließen. "Damit würde für einige Schüler und Schülerinnen ein wichtiger Teil der sozialen Kontakte wegbrechen", sagt Agel.

Die Abstands- und Hygiene-regelungen würden die Jugendlichen auswendig kennen, sagt die Jugendpflegerin. "Außerdem sind sie das Tragen der Masken leid, auch wenn sie sich sehr gut daran halten. Im Allgemeinen scheinen die Kids die Einschränkungen zu akzeptieren und anzunehmen." Einige würden es jedoch vermissen, in den gewohnten Gruppen oder mit allen Freunden zusammen sein zu können - Gefühle, die auch jeder Erwachsene derzeit kennt.

Die Jugendarbeit ist in Zeiten von Corona nicht einfach. Nach der Ausgangssperre im Frühjahr konnte im Sommer das Jugendzentrum wieder öffnen. "Die Sommerferienspiele in Linden konnten zu einem großen Teil stattfinden", sagt Agel. Dabei hätten die Hygienemaßnahmen gut funktioniert. Zudem gab es Angebote, wie etwa eine Mitmach-Mal-aktion.

Nun heißt es erneut Lockdown, das Jugendzentrum wieder abgeschlossen. "In Linden ist die aktive Jugendarbeit derzeit sehr eingeschränkt", sagt die Jugendpflegerin. Ihre Arbeit besteht im November vor allen Dingen aus der Planung für 2021.

Der Kontakt mit den Jugendlichen laufe derzeit hauptsächlich über digitale Wege. "Viele Kommunen halten diesen via Videochat mit Stammgruppen", berichtet Agel, schränkt jedoch ein, dass es diese Kontaktform in Linden noch nicht gibt. "Es steht den Jugendlichen allerdings frei, sich mit Fragen oder Problemen jederzeit bei mir zu melden."

Zudem versucht die Jugendpflege, Kindern und Jugendlichen mit kreativen Angeboten für draußen oder zu Hause Abwechslung zu bieten. Diese würden etwa über die Schulen an die Zielgruppen heran- getragen.

Alexandra Agel ist per E-Mail erreichbar: a.agel@linden.de.

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