Das Spitzenkandidaten-Sextett der Union im Kreis: Christopher Lipp (vorne, Mitte), Claus Spandau (rechts vorne), Christel Gontrum (links) sowie dahinter (v.l.) Tobias Breidenbach, Petra Süße und Peter Neidel. FOTO: SO
+
Das Spitzenkandidaten-Sextett der Union im Kreis: Christopher Lipp (vorne, Mitte), Claus Spandau (rechts vorne), Christel Gontrum (links) sowie dahinter (v.l.) Tobias Breidenbach, Petra Süße und Peter Neidel. FOTO: SO

Jünger und weiblicher

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Nochmals verjüngt präsentiert sich die Kandidatenliste der CDU im Kreis Gießen, mit der sie zur Kreistagswahl am 14. März antritt. Spitzenkandidat ist Christopher Lipp. Überraschungen: Aktivposten wie Karin und Uli Lenz stehen nicht mehr zur Verfügung. Und der Gießener Bürgermeister Peter Neidel kandidiert auch im Kreis.

Wir wollen Verantwortung übernehmen, damit der Landkreis Gießen endlich sein volles Potenzial nutzt", motiviert Christopher Lipp seine Parteifreunde bei der Kreismitgliederversammlung der CDU in der Gießener Kongresshalle. Die vom Spitzenkandidaten für die Kreistagswahl am 14. März ausgegebene Losung: Ein Wechsel in der Politik, das Ablösen der Regierungskoalition von SPD, Grünen und Freien Wählern. Dabei wolle man nicht alles anders, aber vieles besser machen, so der 30-Jährige Jurist aus Langgöns, der dem Kreistag seit fünf Jahren angehört. Der Landkreis habe alle Chancen, bleibe aber derzeit hinter seinen Möglichkeiten zurück, konstatiert auch der CDU Kreisvorsitzende Helge Braun.

Im Wahlkampf unter Pandemiebedingungen sollen die social-media-Kanäle deutlich mehr als bislang bespielt werden. Und mit den Bürgern soll diskutiert werden: Da das an der Haustür oder an Infoständen nur bedingt geht, setzt die Union daneben auf ihre neue Plattform: www.unserlandkreisvonmorgen.de. Das personelle Angebot an die Wähler hat die Kreismitgliederversammlung am Freitag beschlossen.

Wer auf die Listenplätze 1 bis 12 schaut, der findet gleich sechs Mitglieder der Jungen Union. Und vier Frauen, darunter mit Petra Süße und Felicitas Beuschel zwei neue Gesichter auf sicheren Plätzen. Damit ist die Liste der CDU für die Kreistagswahl nicht nur weiblicher, sondern nochmal deutlich jünger. "Es sind nicht nur junge Leute, sonder vor allem gute Leute", zeigt sich der Fraktionsvorsitzende der größten Oppositionskraft im Kreis, Claus Spandau, sichtlich zufrieden. Und lobte Christopher Lipp als "politisches Talent" und einen "idealen Spitzenkandidaten".

Auf Platz 5 tritt Peter Neidel aus Heuchelheim an, derzeit Bürgermeister in Gießen. Er stehe für die Verbindung von Stadt und Kreis, so Spandau. Ebenfalls neu auf aussichtsreichen Plätzen: Malke Aydin aus Pohlheim, Norbert Arnold aus Linden, Selda Demirel-Kocar aus Heuchelheim und Björn -Erik Ruppel aus Laubach.

Die 99 Namen umfassende Liste wurde von einem so genannten Sieber-Ausschuss erarbeitet, dem unter anderem Braun, Spandau und Ehrenvorsitzender Volker Bouffier angehören. Deren Vorschlag wurde ohne weitere Debatte fast unverändert beschlossen.

Aber eben nur fast. Ulrich Lenz, politisches Urgestein der Union, verlässt die kreispolitische Bühne. Ebenso wie seine Frau Karin. "Dr. Lenz und Karin Lenz wollen nicht mehr auf der Liste kandidieren", sagte Helge Braun eher knapp: Und berichtete von zwei erfolglosen Telefonaten in der vergangenen Woche, um Lenz noch umzustimmen. Den Grund hatte Fraktionsvorsitzender Spandau eingangs der Mitgliederversammlung bereits angedeutet. Er berichtete vom komplexen Verfahren, eine Liste aufzustellen. Von der Vielzahl von Aspekten, die es zu bedenken gelte: Jugend, Geschlecht, Beruf, Gemeinde-Proporz etc.. Und entschuldigte sich coram publico bei all jenen, die sich vielleicht nicht dort auf der Vorschlagsliste wiederfinden, wo sie sich gerne gesehen hätten.

So auch im Falle Lenz, wie dieser am Wochenende auf Anfrage bestätigt. Sein Name fand sich auf Platz 35, der von Karin Lenz, die die Union im Kreisausschuss vertritt, auf 43. Ulrich Lenz und seine Frau waren recht weit nach hinten auf die Liste gesetzt worden. "Und das nach 44 Jahren Politik im Haupt- und Ehrenamt", grollt der Lindener Alt-Bürgermeister, aufgrund seiner Popularität und seiner kommunalpolitischen Kompetenz immer wieder eines der Zugpferde und "Stimmensammler" seiner Partei. An ihm habe es nicht gelegen, betont er: Er habe angeboten, sich in der Union um die Seniorenpolitik zu kümmern. So aber zogen die Eheleute Lenz ihre Konsequenzen.

Weitere Mitglieder der aktuellen Kreistagsfraktion, die nun auf hinteren Plätzen kandidieren: Ursula Häuser (Linden), derzeit schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, steht auf Platz 72, Peter Kleiner aus Biebertal auf 79, Birgit Otto aus Grünberg (75).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare