Mit dem Bus zur Kreisverwaltung: Das soll künftig besser klappen. FOTO: SCHEPP
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Mit dem Bus zur Kreisverwaltung: Das soll künftig besser klappen. FOTO: SCHEPP

Jobticket für rund 1000 Kreis-Mitarbeiter

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Gießen(so). Die fast 1000 Beschäftigten beim Landkreis Gießen sollen demnächst Jobtickets erhalten. Mit diesem für sie kostenfreien Angebot sollen sie ermuntert werden, den Weg zur Arbeit und zurück mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.

Das Thema ist seit mehr als einem Jahr in der Beratung - jetzt haben die Fachausschüsse mit breiter Mehrheit grünes Licht gegeben. Am Montag soll der Kreistag abschließend befinden. Das Gremium unter Vorsitz von Karl-Heinz Funck (SPD) tritt um 16 Uhr in öffentlicher Sitzung in der Gießener Kongresshalle zusammen.

Für das Jobticket waren vorab Hausaufgaben zu erledigen, sagt Landrätin Anita Schneider. Das sei geschehen. Dazu gehört eine bessere Busanbindung der Kreisverwaltung am Gießener Riversplatz am Ende der Licher Straße. Die Buslinie 22 Fernwald-Gießen mit den Haltestellen An der Automeile, Friedenstraße, Berliner Platz, Johanneskirche, Liebigstraße und Bahnhof wird in beiden Richtungen zu Schulzeiten im Halbstundentakt angefahren. Gewünscht wird, diesen Halbstundentakt in den besucherintensiven Zeiten der Kreisverwaltung zu verdichten.

Zudem wird ein Fußweg zur Bushaltestelle Licher Straße angelegt. Das vor knapp zwei Jahren in Gießen etablierte Fahrradleihsystem wird ebenfalls ausgeweitet. Künftig sollen auch am Riversplatz sowie den Bahnhaltepunkten Licher Straße und Erdkauter Weg Räder zu leihen sein. Dies etwa für Mitarbeiter, die mit dem Zug kommen. Auch ein Schnellbus Laubach-Gießen zur besseren Anbindung des Ostkreises steht im Entwurf des Nahverkehrsplans des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, wird dort geprüft.

Parken bleibt umsonst

Nicht mehr zur Debatte stand in den Beratungen der zurückliegenden Tage die Parkraum-Bewirtschaftung am Riversplatz. Dies war in der Vergangenheit ebenfalls als ein Baustein überlegt worden. Denn wenn die Parkplätze dort kostenpflichtig wären, dann könnte dies ein zusätzlicher Anreiz für Beschäftigte sein, mit dem Jobticket Bus und Bahn zu nutzen und das eigene Auto zu Hause stehen zu lassen. Landrätin Schneider hatte dies seinerzeit prüfen wollen, Reinhard Hamel (Linke) hatte dies gefordert, und auch Grüne konnten sich damit anfreunden. Immerhin zahlt der Kreis allein für die Parkplätze 140 000 Euro Miete im Jahr - um sie dann kostenlos bereitzustellen. Das Thema blieb aktuell jedoch ausgespart. Mutmaßlich, weil es Widerstände bei den Beschäftigten aufgebaut hätte. Die SPD-Fraktion spricht dennoch von einem "weiteren Baustein für die Verkehrswende im Landkreis Gießen" und einem "echten Anreiz für die Mitarbeiter, klimafreundlich mit dem ÖPNV zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen". Weiter heißt es in einer Pressemitteilung der SPD-Fraktionsvorsitzenden Sabine Scheele-Brenne und Dirk Haas: "Wir sind zuversichtlich, dass kurz- und längerfristig viele Mitarbeiter der Kreisverwaltung das Angebot annehmen werden. Durch den Umstieg auf Bus, Bahn oder Leihfahrrad tun sie etwas für das Klima, die Gesundheit und den eigenen Geldbeutel."

Bedenken äußerte einzig die AfD-Fraktion im Gießener Kreistag. Eben weil das Jobticket von den Mitarbeitern auch privat genutzt werden könnte - um etwa am Wochenende im RMV-Gebiet unterwegs zu sein. Da hinterfragt der AfD-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Reitz, ob dies aus Steuergeldern mitfinanziert werden müsse.

Rund 94 000 Euro wird das Jobticket der Kreisbeschäftigten den Steuerzahler im Jahr kosten.

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