Jobticket lässt beim Kreis auf sich warten

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Gießen (so). Die knapp 1000 Beschäftigten beim Landkreis Gießen müssen wohl noch ein Weilchen auf ihr Jobticket warten. Die SPD/FW/Grünen-Kolition hat sich in der Angelegenheit zwar auf den Weg gemacht, aber bevor die Mitarbeiter in den Genuss von kostenloser Nutzung von Bus und Bahn kommen, muss erst noch eine andere Stellschraube justiert werden: Konkret die Erreichbarkeit der Kreisverwaltung am östlichen Stadtrand von Gießen. Die ist zwar autogerecht und verkehrsgünstig gelegen, aber für Mitarbeiter wie auch Bürger mit dem Bus nur umständlich zu erreichen. Die Busanbindung ist nicht sonderlich attraktiv; schon gar nicht vom Bahnhaltepunkt Erdkauter Weg oder vom Gießener Bahnhof aus.

"Nur mit einere besseren Anbindung der Kreisverwaltung an Bus und Bahn ergibt es Sinn", sagte Sabine Scheele-Brenne (SPD) im Infrastrukturausschuss des Kreistags. Erst wenn die Rahmenbedingungen verbessert sind, dann könne das Jobticket kommen, sagte auch SPD-Fraktionsvorsitzende Melanie Haubrich. Parallel zu den Gesprächen, die zur Busanbindung mit den Stadtwerken Gießen zu führen sind, will Landrätin Anita Schneider eine Parkraumbewirtschaftung an den Rivers prüfen. Denn dort parken Mitarbeiter wie Besucher bislang kostenlos. Der Kreis zahlt aber allein für die Parkplätze dort 140 000 Euro Miete im Jahr.

"Eine einzige Katastrophe", schimpfte der Linke Reinhard Hamel angesichts der aktuell wieder geführten Debatte. Denn, so erinnert er, seit zehn Jahren werde die nicht hinreichende Stadtbusanbindung der Rivers diskutiert, und nichts sei passiert. Stattdessen werde das Thema jetzt mit der Forderung nach einem Gesamtkonzept aufgeblasen, anstatt die Menschen schnell ans Jobticket kommen zu lassen. Die Fraktion der Linken hatte bereits vor anderthalb Jahren versucht, ein Jobticket für die Mitarbeiter des Kreises auf den Weg zu bringen.

Am Montag wird das Thema im Kreistag zur abschließenden Beratung aufgerufen (Stadthalle Hungen, 17 Uhr, öffentlich).

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