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Jetzt sind die Menschen gefragt

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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Wo soll Biebertal in einer Generation stehen? Wie wollen die Menschen dort in Zukunft leben? Sie haben es selbst in der Hand, darauf Antworten zu finden. Sie bringen sich ein beim Erarbeiten eines kommunalen Entwicklungskonzepts.

Mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger waren in den großen Saal des Bürgerhauses Rodheim zum Auftakt gekommen. Selbst wenn man die Kommunalpolitiker in ihren Reihen herausrechnen würde, so zeigt das doch ein beachtliches Interesse an der Entwicklung der Gemeinde und ihrer sieben Dörfer. Beim ersten Arbeitstreffen im Rahmen der im Jahre 2020 eingeleiteten Dorfentwicklung wurde ein großes Bündel verschiedenster Ideen und Konzepte zusammengetragen. Diese sollen in den kommenden Woche in eine Gesamtstrategie münden. Entwickelt wird eine Linie, um Antworten auf die Fragen zu geben: Wo soll die Gemeinde in 20 Jahren stehen? Wie wollen wir hier in 20 Jahren wohnen, arbeiten, leben?

Vorausgegangen ist eine umfassende Analyse von Stärken und Schwächen. Dabei haben sich in der vorbereitenden Arbeit einer Biebertaler Steuerungsgruppe zusammen mit den beratenden Experten vom Projektbüro Stadt AG (Kassel) schnell Schwerpunkte herausgeschält: Etwa die Innenentwicklung in den Dörfern und die Frage der Wohnungsangebote und Wohnformen. Denn auch in Biebertal finden sich beispielsweise zunehmend Senioren-Single-Haushalte in großen Immobilien. Weiteres Thema ist die Familienfreundlichkeit, insbesondere die Kinderbetreuung. Da wird seit geraumer Zeit schon am Ausbau gearbeitet, doch noch immer sind nicht alle Bedarfe gestillt. Nicht zuletzt gilt es, Fragen der Versorgungs-Infrastruktur zu thematisieren, denn in einigen Dörfern gibt es keinen Bäcker oder keinen Metzger und auch keinen Laden mehr.

Fünf thematische Schwerpunkte

»Die Daten, Fakten und Zahlen sind gesammelt. Wir starten heute in die Beteiligungsphase. Sie alle arbeiten am Konzept mit, das uns in die Zukunft leiten soll«, lud Bürgermeisterin Patricia Ortmann zum Mitmachen ein.

In fünf Arbeitsgruppen haben sich die Bürger eingebracht: Eines der großen Themen gerade in älteren dörflichen Lagen ist der Leerstand, verbunden mit der Frage der Umnutzung respektive der Wohnraumentwicklung.

Weiteres Thema ist die Neuorganisation oder Umnutzung von Sportplätzen, Veranstaltungsplätzen und weiteren Freiflächen. Durch neue Gestaltung sollen sie mehr respektive andere Funktionen und mehr Aufenthaltsqualität bekommen können. Eine dritte Gruppe beschäftigt sich mit dem Erhalt und der Weiterentwicklung von Mehrzweckhallen und Bürgerhäusern.

Ebenfalls wichtig für die Infrastruktur im ländlichen Raum: Die Verbesserung der Versorgungsangebote und der Mobilität, aber auch die Gewerbeentwicklung. Nicht zuletzt ein Faktor in Biebertal: Tourismus und Naherholung. Wie können jährlich 70 000 Besucher des Dünsbergs ein wenig länger in Biebertal gehalten werden?, stellte Bürgermeisterin Ortmann als Frage und Aufgabe zugleich in den Raum.

Nach einer Auftaktveranstaltung im April war dies die erste Arbeitsrunde. Weitere werden folgen. Um in den kommenden Monaten ein Konzept auszuarbeiten, das in einen fünf bis sieben Jahre währenden Umsetzungsprozess geht.

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