+
Ein Prosit in der neuen Küche: Auch Schuldezernentin Schmahl (r.) freut sich über die neuen Unterrichtsmöglichkeiten.

Jetzt auch Mousse au Chocolat

  • schließen

Gießen (dhe). Nach genau einem Jahr Sanierungszeit ist es geschafft: Die Lehrküchen der Willy-Brandt-Schule (WBS) in Gießen sind von Grund auf erneuert worden und können seit Beginn des Schuljahres 2019/20 von den Berufsschülern genutzt werden. Am Mittwochnachmittag erfolgte dann die offizielle Einweihung mit Schulleitung, Fachlehrerinnen und dem Landkreis, vertreten durch die Bau- und Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl.

Gemeinsam blickten sie auf den nicht immer leichten Weg zurück, den sie gehen mussten, um an diesem Nachmittag in der neuen Küche sitzen zu können. "Es war nicht einfach für unsere Lehrerinnen", räumte die kommissarische Schulleiterin Andrea Stremme ein und dankte ihren Kolleginnen für das Engagement. Sie hatten die alte Küche leer geräumt, Lebensmittel eingekauft und diese mit ihren privaten Pkw in kooperierende Schulen gebracht. So öffneten unter anderen die Anne-Frank-Schule Linden und die Friedrich-Magnus-Gesamtschule Laubach den vorübergehend heimatlosen Schülern und Lehrerinnen der WBS die Türen und gaben ihnen die Möglichkeit, den Unterricht in ihren Küchen fortzusetzen.

Es war keine einfache Aufgabe, denn etwa 90 Schüler der Willy-Brandt-Schule brauchen für ihre Ausbildung die Lehrküchen. Sie alle für den Unterricht quer durch den Kreis zu schicken, sei eine organisatorische Herausforderung gewesen. Aber, so Stremme, "Ende gut, alles gut." Die Sanierung, die mit knapp 1,1 Millionen Euro vom Landkreis gestemmt wurde, hat sich gelohnt. "Gut investiertes Geld", findet auch Schmahl. Neben einer gewerblichen Schulungsküche aus Edelstahl mit eigenem Unterrichtsbereich wurde auch eine Haushaltsküche für die Schüler hauswirtschaftlicher Fächer konzipiert. Planer Berthold Neef erzählte, er habe sich bei seinen Überlegungen für die WBS von der renommierten Harvard University inspirieren lassen.

Mit den neuen Geräten, einer Eismaschine etwa oder einem Schockkühler, bieten sich nun auch neue Möglichkeiten. Fachlehrerin Melanie Hormel freute sich, dass sie nun endlich viele neue Desserts, wie zum Beispiel Mousse au Chocolat zubereiten könne.

Dass so viel Geld in die Küchen der Berufsschule geflossen ist und auch in deren restliche Sanierung noch fließen wird, rechnet die kommissarische Schulleiterin dem Landkreis hoch an: "Das ist ein echtes Zeichen für berufliche Bildung in der Region", sagte Stremme. Im gleichen Zug erklärte sie, dass sich auch die Schülerzahl positiv entwickle.

Mit der Fertigstellung der Küchen wurde nun der Grundstein für die gesamte Sanierung der Willy-Brandt-Schule gelegt. Das nächste Projekt, die Erneuerung des Dachs, ist schon im Gange. Danach sollen die Treppentürme und das komplette Innere des Gebäudes in Angriff genommen werden. Über 16 Millionen Euro sind dafür eingeplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare