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Jeder Cent für die Schule und die Freunde in Sambia

  • vonKarl-Josef Graf
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Sie sind im Zeichen der Nächstenliebe unterwegs: Seit zehn Jahren sammeln Sonja und Günther Kühlmann von Steinbach aus Geld und Spenden für ihre Herzensangelegenheit, eine Schule in Sambia. Für Hunderte Menschen im südlichen Afrika ein Segen.

In diesem Sommer sind es zehn Jahre her, dass Sonja und Günther Kühlmann aus Steinbach mit einer kleinen Reisegruppe auf ihrer Rundreise durch das südliche Afrika auf die strohbedeckte Hütte in der Nähe von Livingstone (Sambia) trafen. Dort unterrichtet ein Lehrer ein paar Kinder. Diese Hütte mit dem benachbarten gemauerten Rohbau wurde nicht nur zum Grundstein der Kühlmann’schen Hilfe und Unterstützung für die Linda South Primary School (LSPS) in Livingstone am mächtigen Sambesi-Fluss. Das war auch der Ausgangspunkt für die inzwischen langjährige Freundschaft mit den Menschen in der und rund um die Schule. Dank der Hilfe der Kühlmanns sowie der Unterstützung der Anneröder und Steinbacher Grundschulen, der Gießener Herderschule und vieler Menschen aus Fernwald und weiteren Landkreiskommunen wurde die LSPS in den vergangenen Jahren ständig erweitert. Das bedeutet: Immer mehr Kinder in Sambia kamen in den Genuss von Bildung. Die kleine Schule von damals ist passé: In der mittlerweile recht stattlichen Bildungseinrichtung werden heute sage und schreibe 616 Kinder und Jugendliche unterrichtet.

Platz reicht nicht - weiterer Bau nötig

Seit drei Jahren wird die Schule durch jeweils zwei Jugendliche aus Deutschland im Rahmen eines Frewilligen Sozialen Jahres (FSJ) unterstützt. Die Mittel dafür kommen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, die Freiwilligenorganisation "Weltwärts" und dem ASC Göttingen.

Aktuell bereiten sich 115 Schüler auf die Abschlussprüfung der Stufe 7 vor. Die Schulpflicht in Sambia besteht vom 7. bis 14. Lebensjahr. Das unterfinanzierte Schulsystem gliedert sich in Vorschule, Grundschule (Klassen 1 bis 7), Junior Secondary (Kl. 8 bis 9) und Senior Secondary (Kl. 10 bis 12). Ein weiteres Gebäude, in dem ab dem nächsten Schuljahr die 8. und 9. Klasse (Junior High, Junior Secondary) unterrichtet werden sollen, befindet sich im Bau.

Für die Kühlmanns und ihre Unterstützer bedeutet das, dass weitere Hilfen notwendig werden. Schließlich steht nicht nur der Neubau auf der Agenda, sondern auch die sanitären Anlagen sind erweiterungs- und reparaturbedürftig. Seit Jahren sind die Schülerzahlen stark ansteigend, was immer wieder neue Baumaßnahmen erfordert. Inzwischen baut der ehemalige LSPS-Schulleiter in der Nähe eine Vorschule für die frühkindliche Erziehung. Dafür setzt er eigenes Geld ein - und zählt auf Unterstützung durch das Steinbacher Ehepaar.

Auch Sambia ist von der Corona-Pandemie betroffen. Im März wurden alle Bildungseinrichtungen geschlossen; so auch die Linda South Primary School. Die beiden FSJler wurden nach Deutschland zurückgeholt. Nur der Schulleiter, zwei Wachmänner und eine Reinemachefrau blieben.

Seit 1. Juni werden partiell die Abschlussklassen unterrichtet. Das bedeutet auch, dass entsprechende Vorbeugemaßnahmen notwendig sind, die wiederum für die Schule eine große finanzielle Herausforderung darstellen. So muss die Schule zweimal im Monat komplett desinfiziert werden. Das dafür nötige Geld könnte man auch gut für den Weiterbau und oder die Beschaffung von Lehrmaterial verwenden.

Damit nicht genug. Ein Einbruch in das Schulleiterbüro und ein starker Sturm verursachten erhebliche Schäden an den neuen Schulgebäuden. Diese sind inzwischen dank finanzieller Hilfe aus Steinbach und Gießen behoben.

Eigentlich hätten sich die Kühlmanns in diesem Jahr mit ihren Freunden in Sambia zum "Zehnjährigen" treffen und weitere Lernmittel übergeben wollen. Coronabedingt muss der Besuch auf 2021 verschoben werden. So hoffen die Eheleute, dann alle bei guter Gesundheit wiederzusehen und die Schule mit Geldmitteln und Materialien aus Deutschland wieder ein kleines Stück voranzubringen.

Bis es endlich so weit ist, werden die Kühlmanns wie gewohnt jede freie Minute nutzen, um die Werbetrommel weiter für "ihre" Schule in Sambia zu rühren.

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