Dieter Illhardt, bislang Revierförster
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Dieter Illhardt, bislang Revierförster

46 Jahre im Forstdienst

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Reiskirchen/Wettenberg(jwr). Fast 46 Jahre war er im hessischen Forstdienst tätig, seit 36 Jahren für das Revier Reiskirchen verantwortlich, nun zieht er sich aus dem Berufsleben zurück: Mit einem kleinen Empfang im Garten des Forstamts Wettenberg wurde Dieter Illhardt am Mittwoch in den Ruhestand verabschiedet.

Forstamtsleiter Ralf Jäkel ließ dessen berufliche Stationen noch einmal Revue passieren: Der 62-jährige gebürtige Offenbacher trat nach der mittleren Reife 1974 sein Forstpraktikum im Forstamt Mörfelden an und wurde damit Anwärter für den gehobenen Dienst. Mit gerade einmal 18 Jahren wurde er 1975 zum Beamten auf Probe. Während der Ausbildung war er in verschiedenen Revieren tätig, in seinem Ausbildungsbericht beschäftigte er sich mit der "Läuterung von Nadelholzjungbeständen". 1985, bereits als Revierleiter in Reiskirchen, wurde Illhardt zum Forstinspektor befördert, 2006 zum Forstamtmann. Im April beantragte er seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand, der ihm nun bevorsteht.

"Wir haben viele sehr interessante Gespräche geführt, das hat mich weiter gebracht", würdigte Jäkel den Neu-Pensionär. Illhardt habe "einen guten Job gemacht" - und es sei natürlich nicht seine Schuld, dass auch das Reiskirchener Revier aufgrund von Schadensereignissen im Wald nicht in optimalem Zustand sei. Dem Dank des Forstamtsleiters schloss sich auch der Personalrat an.

Größere Schäden am Wald, etwa durch Stürme, hätten ihn während seines gesamten Berufslebens begleitet, äußerte sich Illhardt am Rande des Empfangs. Zuletzt sei er für rund 1700 Hektar Fläche zuständig gewesen, darunter Staats- und Gemeindewald.

"Wie der Wald in 40, 50 Jahren aussehen wird, lässt sich kaum sagen", sagte Illhardt. Dass sich klimatische Bedingungen und damit auch Vegetation veränderten, sei "ein natürlicher Prozess" und an sich kein Problem - sofern dies über lange Zeiträume geschehe. "Momentan erleben wir das im Zeitraffer, das verursacht riesige Probleme." Auch in seinem Revier stürben gerade ältere Buchenbestände massiv ab, auch bei Fichten gebe es einen Rückgang, ferner falle auch bei Eichen viel Schadholz an.

An seinem Beruf habe Illhardt die Vielfältigkeit geschätzt, dazu gehörten etwa rechtliche Aspekte, die Bewirtschaftung und der Beitrag zur Rohstoffversorgung, aber auch Naturschutz. "Es ist ein weitgehend selbstständiges Arbeiten - mit allen Vor- und Nachteilen", sagte er. "Da muss man für sich selbst, gerade als junger Mensch, seinen eigenen Weg finden - und auch Grenzen setzen, sonst bleibt man persönlich auf der Strecke."

Illhardt ist binnen weniger Monate der vierte Förster im Kreis, der in den Ruhestand geht. "Die Personaldecke ist über alle Forstämter in Hessen sehr dünn", sagte Jäkel. Man versuche, "die Lücken geschlossen zu bekommen". Die jeweiligen Kommunalwälder seien aber weiterhin "in guter fachlicher Obhut". FOTO: JWR

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