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Die Architektur mit kugelförmigen Steinen als symbolische Wächter veranschaulicht den Stolz auf die Errungenschaft im Jahr 1909. (srs)

Ein 110 Jahre altes Denkmal

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Das Gießener Land ist reich an Schätzen. Versteckte, wenig bekannte Orte, die des Entdeckens doch wert sind. Kleinode, die selbst vielen "Eingeborenen" fremd sind. In den Sommerferien stellen wir auch dieses Jahr einige vor. Die Kreisredaktion lädt zur "Schatzsuche" ein.

Der "Schatz" in diesem Rätsel ist 110 Jahre alt und war in dem Dorf, in dem es steht, einst eines der wichtigsten Gebäude. Das Denkmal erinnert auch daran, dass es gerade mal ein gutes Jahrhundert her ist, dass mancherorts das Lebenselixier noch aus dem Brunnen floss, bevor Bauwerke wie der gesuchte "Schatz" zum Tragen kamen.

Italienische Gastarbeiter errichteten es in den Jahren 1909 bis 1911 im Auftrag der Kreisbauverwaltung - und das gesamte Ortsnetz, das durch das Bauwerk versorgt wurde.

Derzeit steht ein Zaun davor. Eine 2017 gegründete Interessengemeinschaft hat sich zur Aufgabe gemacht, das Denkmal vor dem Verfall zu retten. Die Sanierung hat begonnen, im Spätsommer soll zum Ende der Arbeiten ein Fest veranstaltet werden.

Lange Zeit hatte sich niemand um das Gebäude gekümmert. Erst Anfang dieses Jahres hat ein Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt die Räumlichkeiten genauer untersucht, vermessen und skizziert - und zwar im Tauchgang. Dabei fand er heraus, dass das Denkmal vier Kammern besitzt - dies war vorher nur vermutet worden. Die Wände und die Decke sind in gutem Zustand. Risse und abgelöste Putzstellen sind nicht vorhanden. Die Einstiegsleitern allerdings haben Korrosionsschäden.

Die Architektur draußen veranschaulicht den Stolz auf die damalige Errungenschaft im Jahr 1909. Das massive Mauerwerk aus grob behauenen Natursteinen bringt die Schutzfunktion auch der Fassade für den damaligen wahren "Schatz" zum Ausdruck. Kugelförmige Steine sind symbolische Wächter, die vor unbefugten Eindringlingen schützen sollten.

Museum im Bauwerk geplant

Das Bauwerk ist längst stillgelegt. Die Interessensgemeinschaft, der zwei Dutzend Bürger angehören, will das Denkmal und das wertvolle Gut, das es barg, indes wieder mehr ins Bewusstsein bringen. Ein rund fünf Kilometer langer Rundweg wurde mit Tafeln ausgeschildert, um über die Geschichte zu informieren. Die Mitglieder der Interessensgemeinschaft werteten dafür zahlreiche historische Daten und Bilder aus.

Sie haben darüber hinaus zahlreiche weitere Pläne: Vor dem Bauwerk zum Beispiel soll ein neu gestalteter Vorplatz entstehen - als Treffpunkt für die Bürger. In dem Gebäude selbst könnte außerdem ein Museum einziehen.

Gesucht in der "Schatzsuche" ist, wie man das Gebäude nennt und in welchem Ortsteil und in welcher Straße es steht. Das Baujahr 1909 müsste dabei ein hilfreicher Hinweis sein.

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