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»Jägersplatt« soll weiter wachsen

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Von: Constantin Hoppe

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Das Baugebiet »Auf der Jägersplatt« in Annerod soll nach einem Nachtrag im städtebaulichen Vertrag um einen Abschnitt 4b in Richtung Nordosten erweitert werden (linke obere Ecke im Foto). Ganz in der Nähe soll ein neues Regenrückhaltebecken entstehen (untere linke Ecke im Bild). © Manfred Henss

Die Arbeiten am vierten Bauabschnitt im Gebiet »Jägersplatt« in Annerod haben noch nicht einmal begonnen, da wird bereits über eine Vergrößerung nachgedacht. Das wurde nun im Fernwalder Hauptausschuss diskutiert.

Das Baugebiet »Jägersplatt« in Annerod soll größer werden - und teurer. Das war Thema in der Sitzung des Fernwalder Haupt- und Finanzausschusses am Mittwochabend. Hier wurde der Entwurf für den fünften Nachtrag des städtebaulichen Vertrags zwischen der Gemeinde und der Imaxx Projektentwicklungsgesellschaft beraten.

Die schlechte Nachricht überbrachte Bürgermeister Manuel Rosenke gleich zu Beginn der Sitzung: »Die Grundstückspreise werden in dem städtebaulichen Vertrag von 289 Euro pro Quadratmeter auf 319 Euro pro Quadratmeter steigen.«

Der Grund für die erneute Preissteigerung liegt in den Entwicklungen nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs, wie Imaxx--Geschäftsführer Jochen Ahl berichtete: »Der Ukraine-Krieg hat zu einer historisch einmaligen Preissteigerung im Bausektor geführt.«

Das mache sich auch bei der Erschließung des vierten Bauabschnitts »Auf der Jägersplatt« bemerkbar: »Wir haben lange überlegt, um wie viel wir die Preise dort erhöhen können, um diese noch politisch vertretbar zu gestalten«, sagte Ahl. »Mit den zehn Prozent, die wir nun vorsehen, können wir die Mehrkosten zumindest zu einem Teil kompensieren.«

Daneben wird aber schon eine Erweiterung des vierten Bauabschnitts in dem Vertrag ins Auge gefasst, wie Ahl erklärte: »Die Nachfrage ist hoch, und von den Bauplätzen im Abschnitt 4a sind bereits 70 Prozent reserviert. Mit einem Abschnitt 4b können wir die hohe Nachfrage auffangen.«

Die Imaxx sieht in dem neuen Abschnitt eine Mischung aus unbebauten Grundstücken und der Errichtung von Reihenhäusern vor - bis zu 22 Reihenhäuser könnten auf der Fläche entstehen.

Nicht bei allen Fraktionen kam die geplante Vergrößerung des Baugebiets gut an: »Wir haben Probleme mit der sehr schnellen Entwicklung in Annerod«, sagte Sascha Höres. (CDU/FDP). »Wir halten den Bedarf in Annerod für gedeckt und sollten unseren Blick zunächst auf die anderen Ortsteile werfen.« Zu bedenken gab er auch den Zuzug weiterer Familien: »Wir bauen gerade ein neues Schulgebäude und eine neue Kita in Annerod, aber wir wissen gar nicht, wie viele Kinder bei einer weitern Entwicklung der ›Jägersplatt‹ hier her ziehen würden. Wir sollten erst einmal schauen, wie sich Kita und Grundschule nun entwickeln.«

Auch die geplante Preiserhöhung für Grundstücke im vierten Bauabschnitt wird von der Fraktion kritisiert: »Als wir angefangen haben die ›Jägersplatt‹ zu entwickeln, lagen die Preise bei 195 Euro pro Quadratmeter«, sagte Peter Steil (CDU/FDP). »Wir sind immer mit den Begründungen der Imaxx zu Preissteigerungen mitgegangen. Da muss mal langsam Schluss sein.«

Stefan Becker von den Freien Wählern sprach sich dagegen für den Vertrag aus: »Wir haben einmal gesagt, dass wir die Gemeinde dort für die Bürger entwickeln, wo wir die Chance haben - und hier haben wir die Chance.« Dem stimmte auch Gerd Espanion (SPD) zu: »Wir haben zehn Jahre lang für einen Nahversorger in Annerod gekämpft. Und die Zusage, dass dort einer entstehen soll, kam auch mit der Aussicht, dass sich die ›Jägersplatt‹ weiter entwickelt.«

Der Entwurf des städtebaulichen Vertrags wurde bei fünf Ja-Stimmen (SPD und FW), drei Gegenstimmen (CDU/FDP) und einer Enthaltung (Grüne) zur Annahme empfohlen.

Bei einer Erweiterung des Baugebietes »Jägersplatt« um einen Abschnitt 4b würde sich die Imaxx zudem am Bau eines neuen Regenrückhaltebeckens sowie an der Renaturierung des Krebsbaches beteiligen.

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