Mark Pralle (l.) und Dennis Pucher mit der mobilen Stele für die "Grüne Woche". FOTO: JWR
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Mark Pralle (l.) und Dennis Pucher mit der mobilen Stele für die "Grüne Woche". FOTO: JWR

Messe in Berlin

Innovative Software aus Mittelhessen auf der "Grünen Woche"

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Ein Licher und ein Gießener Unternehmen präsentieren Entwicklungen für den ländlichen Raum auf der "Grünen Woche" in Berlin. Sie wollen die Bevölkerung auf dem Land stärker vernetzen.

Wer an die "Internationale Grüne Woche" in Berlin denkt, dem kommen womöglich vor allem Themen aus Ernährung und Landwirtschaft in den Sinn - und viele Stände mit Probierhäppchen. Die Kooperation zweier Unternehmen aus Gießen und Lich zeigt jedoch, dass die jährlich stattfindende Messe auch Raum für digitale Angebote bietet: Unter dem Stichwort "Dorfleben digital" präsentieren die Gießener Software-Entwicklungsfirma Fabrik 19 mit der angeschlossenen Agentur Distama gemeinsam mit der Licher Agentur Denkstrukturen digitale Konzepte für den ländlichen Raum. Details über ihren vom Bund mit rund 30 000 Euro geförderten Messeauftritt haben die Partner am Montag bei einem Pressegespräch erläutert.

Während Dennis Pucher (Denkstrukturen Lich) schon Erfahrungen auf der "Grünen Woche" gesammelt hat, ist es für das Team um Mark Pralle (Geschäftsführer Fabrik 19) eine Premiere. Im Zentrum des gemeinsamen Messeauftritts stehen Softwarelösungen, um den Austausch auf dörflicher Ebene voranzutreiben. Die Städte Gießen und Lauterbach nutzen bereits technische Lösungen der Gießener Entwickler für lokale Apps. Doch die digitalen Herausforderungen seien in kleinen Orten anders gelagert, hieß es bei dem Termin: Im ländlichen Raum gehe es beispielsweise um Mitfahr-Angebote, Verlinkungen zu regionalen Versorgern oder mobile Kommunikation mit dem Rathaus - etwa per Videochat ins Bürgerbüro, erläutert Pralle. Solche Anwendungen können dann von Bewohnern auf dem Smartphone genutzt werden oder aber über digitale Stelen, die im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen. Auch für Chat-Funktionen in kleinen Orten sieht Pralle Perspektiven - sofern genügend Einwohner mitziehen.

Mittelhessen auf der "Grünen Woche": Digitalisierung auf dem Vormarsch

"Das Thema kommt langsam auch bei den Bürgermeistern und den Magistraten an", sagt Pralle. Von der Präsenz auf der "Grünen Woche" erhoffe man sich nicht unbedingt Geschäftsabschlüsse. Wichtig sei vielmehr, "einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen und zu zeigen: Wir sind da!". Für einzelne Auftraggeber müsse die App nicht jedes Mal komplett neu entwickelt werden. "Die Kunst ist, einen Baukasten zu erstellen", daraus könnten dann jeweils passgenaue Angebote zusammengestellt werden. Pucher sieht einen Mangel an Vernetzung zwischen Entwicklern in diesem Bereich: "Wir haben in Deutschland unheimlich viele Gründer und Start-ups, aber wenig Überblick, was wo passiert." Auch in dieser Hinsicht sei die "Grüne Woche" eine viel versprechende Veranstaltung.

Mit dem auf der Messe zugewiesenen Platz sind die Kooperationspartner aus Stadt und Kreis durchaus zufrieden: Direkt gegenüber präsentiere sich das Bundeslandwirtschaftsministerium, berichtet Pucher. In ihrer Halle seien ansonsten vor allem Vereine und öffentliche Standbetreiber vertreten. "Es ist für uns eine Auszeichnung, dass wir dort als Unternehmen sein dürfen." Während die Licher Agentur den Stand betreibt, Kontakte und Know-How in Fragen der Förderung einbringt, präsentieren die Gießener Partner die konkreten Softwarelösungen. Sie alle hoffen auf zwölf spannende Tage in der Hauptstadt.

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