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Das Team von Juwelier Balser setzt sich für individuelle Betreuung bei der Auswahl exklusiver Schmuckstücke ein.

Von innen nach außen runderneuert

Gießen (lwg). Nach sechs Wochen Umbauzeit hat Juwelier Balser am Samstag wieder den Verkauf im Erdgeschoss des Seltersweg 5 eröffnet. Dort hat sich nicht nur an der Inneneinrichtung, sondern auch am Sortiment der hochwertigen Schmuckstücke sowie am Konzept einiges geändert. "Wir haben von innen nach außen rundum erneuert", berichtet Geschäftsführer Robert Balser. Man habe sich "von Modemarken verabschiedet" und den Fokus auf die "Wurzeln des Handels" gelegt. Moderne Holzelemente und ein durchgängiges Design bestimmen das Erscheinungsbild des 135 Quadratmeter großen Ladengeschäfts.

Während des Umbaus habe man glücklicherweise nur für einen Tag schließen müssen. Der Verkauf konnte im oberen Stockwerk fortgeführt werden, wo sich sonst das Büro sowie die hauseigene Uhrmeisterwerkstatt befindet. "Der Schritt, etwas wegzulassen, fällt meist schwerer als etwas hinzuzufügen", fasst Balser die Neugestaltung zusammen. Er sieht die Chance zum Überleben des lokalen Handels vor allem in den Dienstleistungen, die beim Online-Einkauf nicht geboten werden können. Als Dienstleiter funktioniere dies "nur über Exzellenz in Kommunikation, Produktqualität und Kundenberatung".

Lounge für Rolex

Damit bereits die Auswahl und der Erwerb des exklusiven Schmuckstücks zum Erlebnis wird, hat man für die Uhren der Marke Rolex eine Lounge eingerichtet, die durch halbtransparente Schiebetüren eine intime Atmosphäre erzeugen können. Der Schweizer Uhren-Konzern ist laut Balser Marktführer für Armbanduhren im oberen Preissegment und stelle daher auch gewisse Anforderungen an Juweliere. Neben Präsentation und Beratung wird auch die Werkstatt zertifiziert. Umso mehr freue man sich, Rolex seit mittlerweile 53 Jahren in Gießen verkaufen zu können und somit als Magnet für Kunden aus gut 50 Kilometern Entfernung zu sein.

Das traditionsreiche Geschäft wurde 1949 von Reinhold Balser als Uhrmacherwerkstätte in der Stephanstraße gegründet. Im Jahr 1950 konnte die Eröffnung im Seltersweg 5 gefeiert werden. Zu dieser Zeit teilte man sich die Ladenfläche sowie den Eingang noch mit einem Schreibwarenhandel. Das Bild, das sich gleich hinter dem Empfangstresen befindet, zeigt das Juweliergeschäft zu seiner Gründungszeit.

Mit scharfem Blick sind auch die beiden Parkuhren vor der Eingangstür zu erkennen. Was mancher Gießener heute kaum mehr ahnen mag: durch die Einkaufsmeile führte Autoverkehr. Erst seit 1969 ist der Seltersweg eine reine Fußgängerzone und nur für den Lieferverkehr zu bestimmten Uhrzeiten zugänglich.

Um den Seltersweg auch weiterhin als attraktiven Anziehungspunkt für Gießen zu erhalten, setzt sich Robert Balser seit mehr als zehn Jahren als Vereinsvorsitzender von "Gießen aktiv" und im Vorstand des Vereins BID-Seltersweg ein.

Auch wenn Robert Balser noch nicht ans Aufhören denkt, erzählt er stolz von seiner Tochter Nina Balser, die den familiengeführten Laden voraussichtlich übernehmen wird. Sie arbeite nach ihrem dualen Studium der Betriebswirtschaftslehre nun bei einem Juwelier auf der Königsallee in Düsseldorf und sammle dort wertvolle Erfahrungen.

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