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Die traditionelle Wanderung in Langd erfreut sich großer Beliebtheit.

Informatives über historische Wege

  • Vonred Redaktion
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Hungen (pm). Unter Beachtung der Corona-Regeln für den Aufenthalt im Freien beteiligten sich zahlreiche Mitglieder und Freunde des Vereins NABU/VNULL Langd an der traditionellen Neujahrswanderung, die der Verein schon seit 1985 anbietet.

Diese Wanderung ist eine gute Gelegenheit, das neue Jahr mit Freunden und Bekannten in der Natur zu beginnen, sich körperlich zu betätigen und gleichzeitig auch noch einiges über Langd und die Natur zu erfahren.

Bei der diesjährigen Wanderung versetzte der stellvertretende Vorsitzende Harald Fritzges die Teilnehmer gedanklich ins Mittelalter und stellte an den jeweiligen Orten die historischen Wege zu den Nachbargemeinden, aber auch die überregionalen Wegestrecken nach Grünberg und nach Schotten vor. Die Teilnehmer erfuhren etwas über die Entstehung von Hohlwegen und die Nutzung von Kammwegen. Sie konnten einige der vielen »Klein-Steinbrüche« für Terrassen- und Wegebau an den alten Wegen sehen.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Bodo Fritz am Vereinsheim übernahm Fritzges die Führung. Er berichtete gleich beim Start am Schotterweg (ehemalige Bedeutung: Schottener Weg), wie und wo in früherer Zeit die Menschen von Langd zur Mühle nach Hof Grass und nach Hungen oder nach Steinheim durch das Maifeld sowie nach Rodheim über den Rodheimer Weg am Katzenberg gelangten.

In Ober-Langd wurde der historische Hohlweg nach Villingen, der Kammweg nach Ulfa über das »Häsels« und der Schottener Weg vorgestellt, der an Stornfels vorbei nach Schotten führt. Anschließend führte die Wanderung über den Grünberger Weg zur Platte mit einem schönen Blick auf »Langd im Loch«.

Langder Wald bald Naturschutzgebiet

Bei der »Rundwiese«, an einem kleinen etwa zwölf Hektar großen Waldstück, welches ehemals Langder Gemeindewald war, berichtete Fritzges, dass dies in früheren Jahren als »Schindwasen«, das heißt zur Entsorgung und Verwertung von verendetem Vieh genutzt wurde.

Die weitere Strecke führte nun an die historische Grenze zwischen der ehemaligen Grafschaft Solms, zu der Hungen und Villingen gehörten, und dem Gebiet von Hessen-Darmstadt, zu dem Langd gehörte. Diese Grenze ist der historische Hintergrund, warum der Langder Wald fast vollständig dem Land Hessen gehört und der angrenzende Villinger und Hungener Wald heute Hungener Stadtwald ist.

Der Langder Wald ist mittlerweile Naturwald-Entwicklungsfläche und wird voraussichtlich 2023 als Naturschutzgebiet »Langder Wald« ausgewiesen. Das gesamte Schutzgebiet umfasst neben dem Staatswald Hessen mittlerweile auch rund 260 Hektar Wald des Grafen zu Solms-Laubach und hat bisher eine Größe von etwa 1400 Hektar.

Aktuell läuft der Entscheidungsprozess in der Stadt Hungen, mit circa 160 Hektar diesem Schutzgebiet im Rahmen des Förderprogramms »Wildnisfonds« gegen eine hohe Fördersumme beizutreten. Der NABU/VNULL Langd hofft sehr, dass die Stadt sich dafür entscheidet.

In der Region könne somit ein Buchenwald-Schutzgebiet von nationaler Bedeutung in ähnlicher Größe wie der Kellerwald entstehen. Der Langder Wald werde dabei ein wesentlicher Bestandteil sein.

Durch Villinger Wald gelangten die Wanderer zum Rastpunkt an der »Dachsbühne«. Anschließend folgte man dem Villingen-Langder-Weg, vorbei an der ehemaligen Eisenerzgrube und Müllkippe zurück nach Langd.

Der Verein freut sich über jeden, der sich auf die ein oder andere Weise für Naturschutz engagieren möchte und bittet um Kontaktaufnahme. Weitere Informationen unter www.nabu-langd.de oder auf Facebook: NABU Langd / VNULL Langd.

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