Individuelle Förderung

  • Rüdiger Soßdorf
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Gießen(so) Der Landkreis Gießen baut die Sozialarbeit an seinen Schulen aus: Im Jahr 2019 waren an allen 14 Förder- und Gesamtschulen Sozialarbeiter im Einsatz, zudem an 29 Grundschulen. 43 Stellen gibt es momentan. Im Februar 2021 wird aufgestockt: Dann kommen Experten für zehn weitere Grundschulen hinzu. Insbesondere die Versorgung im Raum Hungen ist dann damit abgeschlossen.

Die Zielsetzung bei der Sozialarbeit an Schulen ist, Kinder und Jugendliche in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern. Partner des Landkreises sind die Arbeiterwohlfahrt (Perspektiven Gmbh), die Caritas und das Diakonische Werk. Der internationale Bund ist mittlerweile nicht mehr dabei. Diese Zusammenarbeit wurde 2019 aufgelöst.

11 400 Schüler erreicht

Die Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt sei das pädagogische Grundprinzip der Arbeit, sagten Janine Uhlenbrock und Simone Hackemann. Sie stellten den Bericht zur Sozialarbeit an Schulen jüngst im Sozialausschuss des Kreistages vor.

Im Schuljahr 2018/19 wurden etliche Projekte gefördert. Das Spektrum reicht von Sozialtraining für Grundschüler über familienstärkende Maßnahmen bis hin zu Angeboten mit erlebnispädagogischem Anspruch.

Neben der Arbeit mit Gruppen macht Einzelbetreuung insbesondere an den Gesamtschulen einen großen Teil der Arbeit aus. Wobei sich gezeigt hat, dass in den Grundschulen eher Gruppenangebote stattfinden, während bei älteren Kindern und Jugendlichen Individualangebote gemacht werden müssen.

Die Bandbreite der Sozialarbeit reicht von schulischen Problemen über Gewalt, Mobbing, Verhaltensauffälligkeiten und Konfliktklärung bis hin zu Berufsorientierung. An den Gesamtschulen sei der Bedarf sogar noch leicht gestiegen, erklärte Uhlenbrock. Hinzu kommt besonders an den Förderschulen eine konstante Elternarbeit und immer wieder die Beratung von Lehrkräften. Nicht zuletzt gibt es eine Kooperation mit den lokalen Jugendpflegen.

Insgesamt wurden 2019 rund 11 400 Schülern im Landkreis Gießen erreicht. Werden über niedrigschwellige Angebote früh Hilfen angeboten, kann das lange Leidenswege verhindern, so das Fazit der Fachleute.

Kurt Hillgärtner von den Freien Wählern nannte die Entscheidung vor sieben Jahren "richtig, Sozialarbeit an den Schulen zu etablieren. Dass das Geld kostet, war klar." Aber mit den Ergebnissen könne man zufrieden sein. Sein Fraktionskollege Günter Semmler sprach gar von einem "wirklichen Erfolgsprojekt".

Da nun neue Stellen geschaffen werden, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, müssen vom kommenden Jahr an 160 000 Euro zusätzlich eingeplant werden. Dann soll an 53 Schulen im Landkreis, und damit flächendeckend, Sozialarbeit angeboten werden.

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