In Kürze Antrag für Windpark

  • Thomas Brückner
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Bereits für den März oder April kündigt das Aachener Unternehmen Trianel an, das Verfahren zur Genehmigung des Windparks »Grünberg II« einzuleiten. Dies sei »unabhängig« vom Votum des Stadtparlaments möglich, stellen die Projektierer klar.

Sehr konstruktiv und positiv«, alle Fragen zum Windpark Grünberg II seien »offen diskutiert worden« - so das Fazit von Trianel für Gespräche, die man soeben mit Vertretern der Parteien im Rathaus geführt hat. Auf Anfrage zu den Ergebnissen wird eines vorweggeschickt: »Alle Fraktionen haben sich von kursierenden AfD-Aussagen (in Grünberg verteilte Flyer, die Red.) distanziert.« Vielmehr hätten alle die Rolle der Windkraft für die Energiewende betont.

Das von Kommunen getragene Unternehmen verweist dazu auf Zahlen des Wirtschaftsministers, wonach On-Shore-Windenergie 2020 fast 20 Prozent der Bruttostromerzeugung erbracht habe.

Trianel: Plus von drei Millionen Euro

Nach der Kritik im Fachausschuss des Stadtparlaments (»Wir wären die Versuchskaninchen«) bildete die Höhe der beiden neuen Windräder erwartungsgemäß einen Schwerpunkt der »Sprechstunde«. Bestätigt wird dies auch durch das von der Stadt weitergeleitete Protokoll der Projektierer.

Trianel verwies hier auf Mehreinnahmen der Stadt, sofern der neue Vertrag mit seiner »Erhöhung der Höhenbeschränkung« von bisher 210 auf 250 Meter und damit die von 5 auf 9 Prozent erhöhte Umsatzbeteiligung zum Tragen käme: Liege die Mindestjahrespacht bei der kleineren Variante bei rund 23 000 Euro, seien es bei der größeren 91 000 Euro pro Anlage. »Eine Differenz von 68 000 Euro, die aufgrund einer Vergütungsstaffelung im neuen Vertrag ab Betriebsjahr 11 auf 75 000 Euro ansteigt.« Bei 20 Jahren Laufzeit mache dies ein Plus von knapp drei Millionen Euro aus, die Gewerbesteuer noch nicht eingerechnet.

Den Stromertrag beider Varianten taxiert das Unternehmen auf 12 bzw. 15 Millionen kW/h pro Jahr, errechnet somit ein Gesamtplus von rund 60 Millionen kW/h klimafreundlichen Stroms bei Türmen von 250 Metern Höhe.

Entkräftet werden konnten, so zumindest Trianel, die Sorgen, was die Schädigung des Stadtwalds betrifft. Eine Anlage liege komplett in einer Windwurffläche, die zweite im Wirtschaftswald. »Alte Laubbestände werden nicht angetastet.« Die Windwurfflächen würden zeitnah wieder aufgeforstet, auch der Nordic-Walking-Weg vollständig wiederhergestellt. Dauerhaft überbaut bleibe eine Fläche von 0,51 Hektar.

Gefährdung des Grundwassers (»laut hydrogeologischen Gutachten nicht der Fall«, Trianel) sowie von Vögeln und Fledermäusen bildeten weitere Themen der Gespräche. Dazu hieß es etwa, zur Vermeidung von Schlagopfern würden vom RP als Teil des Genehmigungsverfahrens Betriebszeitenregelungen und/oder ein Monitoring festgelegt. Konkret den Rotmilan-Horst in Lauterer Gemarkung betreffend, ward eine Nachkartierung und Funktionsanalyse zugesichert.

In Sachen Lärmschutz hieß es wiederum, die neuen, unabhängig von der Turmhöhe geplanten Anlagen der Sechs-Megawatt-Klasse des Herstellers Vestas seien »noch einmal leiser« als jene im Windpark I, die Emissionen an der Gondel reduzierten sich um 2,7 auf 104 dB (A). Dass die Immissionen an den Wohnhäusern (»erlaubt maximal 35 bis 40 dB/A«) gemäß physikalischer Gesetze mit der Anlagenhöhe abnähmen, reklamierten die Projektierer ebenso.

Wie geht’s nun weiter? »Wir hoffen natürlich, Bedenken der Fraktionen sachlich und konstruktiv ausräumen zu können«, erklärte Trianel-Sprecherin Dr. Nadja Thomas. Auf Grundlage bestehender Verträge mit der Stadt (geschlossen 2013/2014, doch eben mit der Höhenbegrenzung von 210 Metern, die Red.) trage man jetzt weiter die erforderlichen Gutachten zusammen.

Alternativ-Standort im Staatswald

Die Projektverantwortlichen gingen davon aus, im März oder April das Genehmigungsverfahren beim RP Gießen einleiten zu können. Dass dies unabhängig vom Votum des Stadtparlaments möglich sei, wird angemerkt. Mehr noch, da Trianel auf die Alternative verweist, die östliche Anlage auf eine Fläche des Staatsforstes zu verschieben. Eine Variante, die man bisher ob der ausstehenden Entscheidung der Stadt (erwartet am 25. Februar, die Red.) nicht weiterverfolgt habe. »Mit HessenForst stehen wir im Rahmen anderer Planungen in Gesprächen«, heißt es abschließend. Und dass diese - wie überall im Kreis - ausnahmslos eine Turmhöhe von 250 Metern vorsähen.

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