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Der Landkreis baut seinen Fuhrpark mit Elektrofahrzeugen aus. FOTO: PM/LANDKREIS GIESSEN

Impulse für den Klimaschutz

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Gießen(pm). Mehr Energieeffizienz in Schulen, der Ausbau des Fuhrparks mit E-Fahrzeugen, vielfältige Initiativen für verbesserten ÖPNV: Landrätin Anita Schneider und Umweltdezernentin Dr. Christiane Schmahl ziehen zum Jahresende eine positive Bilanz der Klimaschutzaktivitäten des Landkreises.

Der Landkreis Gießen ist als eine von nur 22 Kommunen bundesweit zur Klimaschutz-Masterplankommune ausgewählt worden. "Es geht uns nicht um Symbolpolitik, sondern das, was wir im Rahmen unserer Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort konkret selbst tun können", sagt die Landrätin. Schneider und Schmahl verweisen auf den kürzlich den Kreisgremien vorgelegten Energiebericht für die 53 kreiseigenen Schulen sowie die weiteren Verwaltungsgebäude.

In den vergangenen Jahren seien konsequent energetische Verbesserungen vorgenommen worden. "Schon bevor das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz in Kraft getreten ist, haben wir die darin festgelegten Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnung unterschritten", erklärt Schmahl. Grund seien unter anderem die effiziente Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärme.

An drei Schulen gibt es derzeit Blockheizkraftwerke, ein weiteres ist in Planung. Das in Lich versorgt private und öffentliche Gebäude über ein Nahwärmenetz mit. In Laubach werden die Sporthalle und das Hallenbad der Stadt mit beheizt.

Aktuell laufen an acht Schulgebäuden energetische Sanierungen durch die Bauabteilung, dabei werden auch vier Heizanlagen ausgetauscht. Im kommenden Jahr sollen fünf Solaranlagen errichtet werden, die Eigenstrom für die Schulen liefern und ins Netz einspeisen. An vielen Schulen und Sporthallen wurden LED-Leuchten eingebaut.

Auch die Bauprogramme für die kommenden Jahre sehen weitere energetische Maßnahmen vor. So werden an der Limesschule in Pohlheim und in Staufenberg alte, energetisch schlechte Gebäude durch Neubauten ersetzt, die niedrigste Energieverbräuche aufweisen. Im Mix der Wärmeversorgung aller kreiseigenen Gebäude beträgt Heizöl nur noch 9,02 Prozent. Der größte Anteil stammt aus Gas (58,8 Prozent), gefolgt von Fernwärme (25,44 Prozent) und - mit steigender Tendenz - Pellets (6,69 Prozent). Der Strombezug der kreiseigenen Gebäude erfolgt ausschließlich aus erneuerbaren Energien.

Der Landkreis baut die Elektromobilität im Fuhrpark der Verwaltung aus. "Wir tauschen konsequent Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotoren aus", sagt Schneider. Bisher gibt es vier reine Elektrofahrzeuge im Fuhrpark, dazu kommen zwei Elektro-Hybriden. In Kürze werden nach einem Beschluss des Kreisausschusses neun weitere Benziner durch Elektrofahrzeuge ersetzt. Bei einer jährlichen Fahrleistung von jeweils 15 000 Kilometern werden so 27,3 Tonnen CO2 eingespart. Geladen werden die E-Fahrzeuge ausschließlich mit Strom aus regenerativen Quellen.

509 reine E-Fahrzeuge waren Ende November im Landkreis zugelassen. Das entspricht zwar nur einem Anteil von 0,24 Prozent, dennoch hat sich die Zahl im Vergleich zum Juni 2017 (154 Fahrzeuge) mehr als verdreifacht. Der Kreis setze sich zudem für einen Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur ein. Allein von September 2016 bis Januar 2019 stieg die Zahl der Ladepunkte von 50 auf 136.

Der Kreistag hat eine verbesserte Anbindung der Verwaltung am Riversplatz an den öffentlichen Nahverkehr sowie die Einführung eines Jobtickets für die Beschäftigten beschlossen. Zu verbesserten Möglichkeiten für Pendler gehört laut Schneider und Schmahl auch die geplante Reaktivierung der Lumdatalbahn und Horlofftalbahn, die der Landkreis mit Nachdruck verfolge. Die Landrätin kündigt zudem für das Frühjahr ein Radwegekonzept an, das sowohl Radschnellwege als auch Anbindungen an ÖPNV-Haltepunkte berücksichtigt. Der Landkreis nutze außerdem seine Gestaltungsmöglichkeiten über Gesellschaften, an denen er Anteile hält. So liefere die OVAG Energie schon jetzt 46 Prozent "grüne" Energie und liege damit über dem Bundesdurchschnitt.

Gemeinsam mit der Stadt Gießen unterstützt der Landkreis über das Energieberatungsnetzwerk Privathaushalte, Unternehmen und Kommunen, um durch die richtigen Schritte bei energetischen Gebäudesanierungen CO2 einzusparen. Als Modellversuch hat der Landkreis zudem ein zur Erneuerung und Vitalisierung historischer Gebäude passendes Projekt gestartet: Fachleute der Justus-Liebig-Universität untersuchen gemeinsam mit dem Altbau-Beratungs- und Informationszentrum (ALBIZ) den "CO2-Fußabdruck" historischer Gebäude. Berechnet wird die Energieeffizienz im Vergleich zu modernen Häusern - auch, um eine Grundlage für neue, gezielte Förderprogramme zu erlangen.

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