Das Technische Hilfswerk und andere Kräfte arbeiten mit Hochdruck am Aufbau des Impfzentrums in Heuchelheim.
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Das Technische Hilfswerk und andere Kräfte arbeiten mit Hochdruck am Aufbau des Impfzentrums in Heuchelheim.

Corona im Landkreis Gießen

Impfzentrum für alle Bürger in Heuchelheim: Umbau im „Roller“ hat begonnen

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Am 11. Dezember soll in Heuchelheim das Corona-Impfzentrum betriebsbereit sein. Es wird bis Ende August die zentrale Anlaufstelle sein für bis zu 260 000 Bürger des Landkreises Gießen.

Gießen/Heuchelheim –. 45 Minuten. So lange dauert es für Otto Normalbürger im Idealfall vom Eintreffen bis zum Verlassen des Impfzentrums. Dazwischen liegen die Anmeldung, ein Arztgespräch, das Impfen selbst und eine anschließende Ruhephase.

Damit dies schon bald reibungslos klappt und das Impfzentrum in Heuchelheim am 11. Dezember betriebsbereit zur Verfügung steht, wird derzeit auf Hochtouren gearbeitet. Technisches Hilfswerk, Katastrophenschutz sowie Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim haben das derzeit leer stehende mehr als 30 000 Quadratmeter große Obergeschoss des Roller-Möbelmarktes darauf vorbereitet, dass heute und am Sonntag ein PVC-Fußboden verlegt wird. Ab Montag werden Wände eingezogen, es kommen die Elektriker etc.

Impfen im Kreis Gießen: Arbeiten laufen mit Hochdruck in Heuchelheim

»Der Einsatzbefehl des Landes vom 22 . November hat gelautet, am 11. Dezember ein Impfzentrum betriebsbereit zu haben«, sagt Landrätin Anita Schneider. Am gestrigen Nachmittag stellte sie die Arbeiten und die geplanten Strukturen vor Ort vor. Es wird nicht nur mit Hochdruck an den Räumlichkeiten gearbeitet, um auf sieben sogenannten »Impfstraßen« mit je drei Kabinen bis zu 60 Personen in der Stunde zu immunisieren. Parallel hat die Gemeinde Heuchelheim zusammen mit den Fachleuten vom Kreis ein Verkehrskonzept erarbeitet.

Vor allem wird derzeit intensiv die Personalgewinnung betrieben. Um eben schon in wenigen Tagen einen Zwei-Schicht-Betrieb im Impfzentrum sicherstellen zu können. Bis zu 100 Menschen werden dort zeitgleich arbeiten: Geimpft werden soll an sieben Tagen in der Woche, von 7 bis 20 Uhr. Rund 1350 Impfungen könnten am Tag im Landkreis erfolgen: Das Gros in Heuchelheim, doch daneben gibt es eine mobile Einheit, die etwa Menschen in Alten- und Pflegeheimen oder anderweitig nicht mobile Menschen aufsucht und immunisiert.

Impfzentrum im Kreis Gießen: Wann geht es los?

Partner des Landkreises Gießen sind das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter Unfallhilfe. Sie tragen für die Betriebsleitung des Impfzentrums die Verantwortung und werden für den Betrieb bis zu 200 Menschen einstellen.

Die organisatorische Leitung liegt derweil beim Landkreis in den Händen von Kreisbrandinspektor Mario Binsch. Sein Stellvertreter ist Udo Liebich, Büroleiter von Landrätin Schneider. Wann der Betrieb genau anläuft, das hängt von der Zulassung und der Verfügbarkeit von Impfstoffen ab. Wenn aber, dann wird vor Ort auch rund um die Uhr ein Sicherheitsdienst präsent sein. Der wird auch helfen, den Verkehr zu regeln.

Impfzentrum im Kreis Gießen: Mietkosten waren Pro-Argument für Heuchelheim

Am Freitag vor einer Woche erst war die Entscheidung für den Standort in Heuchelheim gefallen. Zuvor hatte der Landkreis alle Kommunen um Vorschläge gebeten. Bei der Auswahl des Standorts waren eine Reihe von Kriterien zu beachten: Verkehrsanbindung und Lage, Zustand der Immobilie, vorhandene Breitbandanbindung, Barrierefreiheit - und eben die Mietkosten. Letzteres ein Bewertungskriterium, das mit rund 50 Prozent Gewichtung berücksichtigt wurde. Schneider: Ergo gab es Angebote, die von vorneherein rausfielen. Wie hoch der Mietpreis bei Roller ist, das ließ die Landrätin unbeantwortet. Nur so viel sagte sie: Es gab andere Anbieter gewerblicher Immobilien in der Nähe, die das 6,5-fache verlangten.

Was der Betrieb des Impfzentrums unterm Strich kosten wird, das kann Schneider noch nicht benennen. Sie setzt dabei aber auf Kostenerstattung durch das Land Hessen. (so)

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