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Impfgegner organisieren »Bürger-Austausch«

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Von: Ursula Sommerlad

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Rund 100 Personen versammeln sich Montagabend auf dem Parkplatz der Fernwaldhalle in Steinbach. Ordner achten darauf, dass sie die vorgeschriebenen Abstände einhalten. © Burkhard Moeller

Gießen (us). Rund 150 Impfgegner und Kritiker der Corona-Maßnahmen haben sich am Montagabend in Allendorf/Lumda, Buseck, Fernwald und Pohlheim versammelt. Die größte Zusammenkunft mit knapp 100 Teilnehmern fand in Steinbach auf dem Parkplatz der Fernwaldhalle statt.

Dort treffen sich bereits seit Ende Juni Impfgegner aus der ganzen Region regelmäßig montagabends zum sogenannten Bürger-Austausch. Es handele sich nicht um eine Kundgebung, vielmehr gehe es bei der Zusammenkunft um Vernetzung und gegenseitige Unterstützung, betonten die Organisatoren in Steinbach, die die Anwesenden eingangs zur Einhaltung der Hygieneregeln aufriefen.

In der Vorwoche hatten sich vor der Fernwaldhalle rund 200 Menschen versammelt. Sie waren, wie Polizeisprecher Jörg Reinemer berichtete, mit Megafon-Durchsagen zur Einhaltung der Abstandsregelungen aufgerufen worden. Nach Auskunft von Reinemer hatte ein anonymer Anrufer die Beamten alarmiert.

Diesmal war die Polizei von Anfang an vor Ort, um »das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu schützen«, wie der Pressesprecher mitteilte. Von den Organisatoren wurde die Anwesenheit der »Menschen in Dienstkleidung« ausdrücklich begrüßt. »Viele von ihnen denken wie wir«, behauptete ein Redner.

Protest in Lich gegen Impfaktion

Während der rund einstündigen Veranstaltung in Steinbach erhielten die Teilnehmenden unter anderem rechtliche Hinweise zum Umgang mit 3G-Regeln in öffentlichen Verkehrsmitteln und am Arbeitsplatz sowie Erläuterungen zu den Folgen einer eventuellen Impfpflicht. Die Impfstoffe wurden in diesem Zusammenhang als »Dreck« bezeichnet.

Auch andernorts sind Impfgegner in den vergangenen Tagen an die Öffentlichkeit gegangen. Am Freitag protestierten zum wiederholten Male rund 30 Menschen in Lich in der Kirchhofsgasse gegen eine Impfaktion für Lehrer und Schüler an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie »Kinder sind keine Laborratten« oder »Was würde D. Bonhoeffer dazu sagen?« Auch hier war die Polizei vor Ort. Schulleiter Peter Blasini machte von seinem Hausrecht Gebrauch und untersagte das Verteilen von Broschüren auf dem Schulgelände.

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