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11 888 Rinder wurden Ende 2020 im Kreis Gießen gehalten.

Immer weniger Rinder

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Gießen (zds). Veganer werden immer mehr, Milchkühe, Mastrinder, Zuchttiere, Mutterkühe oder Kälbchen immer weniger. Auf diesen recht einfachen Nenner lässt sich die Entwicklung auch im Landkreis Gießen bringen. Ende 2020 wurden 11 888 Rinder im Gießener Land gehalten, 461 weniger als im Jahr zuvor und gar mehr als 2000 weniger als noch im Jahr 2015.

Es ist eine Entwicklung, die sich überall in Deutschland abzeichnet. Die Zahlen verdeutlichen das: Bundesweit standen im November 2020 11,3 Millionen Rinder in den Ställen und auf den Weide von Flensburg bis Berchtesgaden, 2019 waren es noch 11,64 Millionen Rinder.

»Alle wissen um die verheerende Klimabilanz der Fleischproduktion. 14 Prozent trägt der Sektor derzeit zu den klimaschädlichen Gasen bei«, sagt Barbara Unmüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung, der parteinahen Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen, die den Fleischatlas 2021 herausgegeben hat.

Darin etwa ist zu lesen, dass sich im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung circa doppelt so viele 15- bis 29-Jährige vegetarisch oder vegan ernähren. Für viele junge Erwachsene ist der Verzicht auf Fleisch ein politisches Statement. Tierwohl und Umweltschutz sind zwei der Hauptgründe.

Knapp 9,81 Kilo Rindfleisch aßen die Menschen 2020 pro Kopf. Das geht aus den Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hervor. Vegetarier und Veganer sind da eingeschlossen, da keiner ihre genaue Zahl kennt, werden die Schlachtungen auf die Gesamtbevölkerung umgerechnet.

Dazukommen weitere 4,5 Kilo Rind pro Kopf, die anderweitig verwendet werden. Beispielsweise als Gelatine für Gummibärchen, für Hundefutter oder als Leder für Schuhe oder für Sofas, für Seife, Kerzen oder auch Salben.

Wer als Landwirt mit Kuh und Rind seinen Lebensunterhalt verdienen will, hat im Grunde drei Möglichkeiten: Zuchtvieh, Milchvieh und Mastvieh. Gut koppeln lassen sich Milcherzeugung und Fleischproduktion. Die 3409 in der Rinderzahl enthaltenen Milchkühe in den Ställen im Landkreis Gießen machen dabei momentan rund 28,7 Prozent des gesamten Rinderbestands aus (2015: 29,7 Prozent).

Deutschlandweit kletterte dieser Anteil in den vergangenen fünf Jahren von 33,9 (2015) auf 34,7 Prozent (2020). FOTO: DPA

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