Immer mehr Aufgaben

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Gießen (vh). Die Landschaftspflegevereinigung (LPV) Gießen wächst unaufhörlich, betreut eine jährlich wachsende Zahl von Biotopverbundprojekten und nimmt verstärkt Beratungsaufgaben wahr. Das berichtete jüngst die Vorsitzende Dr. Christiane Schmahl in der Mitgliederversammlung. Dieser vorgeschaltet war eine Exkursion zu verschiedenen Streuobstwiesen in der Rabenau mit Start und Ziel an der Grillhütte auf dem Melmes bei Geilshausen.

In der Hauptversammlung in der Grillhütte bestätigte die Versammlung den Vorstand. Wiedergewählt wurden: Vorsitzende und Vorstandssprecherin (Kommunen) Dr. Christiane Schmahl, Vorstandssprecher Hans Bausch (Landwirte) und Vorstandssprecherin Andrea Malkmus (Naturschutzverbände), Schatzmeister Dirk Haas, Schriftführerin Gerda Weigel-Greilich. Beisitzer sind Reiner Dern (Kommunen), Dirk Bönsel, Heinz Weiss, Dr. Tim Mattern (Naturschutzverbände), Daniel Seipp, Edwin Theiss und Jens Michel (Landwirte).

Vorsitzende Schmahl machte in ihrem Jahresbericht klar, dass für die wachsenden Aufgaben mehr Personal notwendig sei. Vorigen November kam bereits eine weitere Halbtagskraft hinzu, nun war die Versammlung aufgefordert, erneut eine Stelle zu beschließen. Diesmal ging es um eine Vollzeitstelle. Die Versammlung stimmte dem unter dem Vorbehalt zu, dass das Land Hessen diese Stelle finanziert.

Die Vorsitzende sagte, im 28. Jahr des Bestehens werde sich die LPV teils neu ausrichten. Bisher sei man vorzugsweise in den Mitgliedskommunen tätig gewesen in den Schwerpunktbereichen Ausgleichsmaßnahmen und Ökokonten. Nun beabsichtige das Land Hessen, landesweit Pflegeverbände auf Kreisebene einzurichten. Dies bedeute eine Vielfalt von Aufgaben die aber das Land finanzieren solle. Insofern hofft Schmahl, die zu beantragende Vollzeitstelle werde akzeptiert. Dann könne man wesentlich mehr Naturschutzmaßnahmen umsetzen und somit mehr Geld in den Landkreis Gießen einholen. Die von der Landschaftspflegevereinigung betreuten Naturschutzprojekte haben sich von 76 auf aktuell 88 erhöht.

Schmahl berichtete von der Ausgleichsfläche Streuobstwiese an der Marburger Straße stadtauswärts. Die Betreuung der Obstbäume laufe "herausragend gut", die Beweidung des Grünlands gestalte sich aber schwierig, da ein örtlicher Schäfer abgesprungen sei. Voriges Jahr wurden ersatzweise Rinder auf die Streuobstwiese geschickt. Die LPV ist auf der Suche nach einem Stadtschäfer und hat unterdessen einen Schafhalter ausfindig gemacht, der seine Tiere für eine Beweidung zur Verfügung stellen will. Das Ziel eines Stadtschäfers für Gießen sei jedoch immer noch in weiter Ferne.

Die Streuobstinitiative der Vereinigung habe auch zu einer Förderung der Sanierung der Streuobstbestände "Hohl" in Reiskirchen und "Grüninger Streuobstbestände" über die sogenannte Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz geführt. Während das Projekt in Reiskirchen sehr gut laufe, fehlen in Grüningen Personen, die bereit sind, den Baumschnitt auszuführen.

Die Apfelsaft-Vermarktung habe 2018 einen neuen Höhepunkt erreicht. Gab es bisher schon Grimmicher Stöffche, Guten Allendorfer und Guten Laubacher, so kam nun Hohler Saft in Reiskirchen hinzu. Die beteiligten Kommunen boten 681 Boxen Apfelsaft und 120 Boxen Apfel-Birnen-Saft (insgesamt 3765 Liter) zum Verkauf an. Soziales Engagement zeige die Landschaftspflegevereinigung durch den Einsatz von Erntegruppen der gemeinnützigen Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung (IJB) und der Arbeitsloseninitiative.

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