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Spannende Gäste waren bei der Verlosung eingeladen: Dr. Pascal Bauer (UKGM), Juliane Frey (DRS medical), Losfee Lena Becker, Moderatorin Anna-Lena Wagner, Generalbevollmächtigte Natalija Korbmacher und Sebastian Kirchner vom DRK (v. l.).

Im Notfall zählt jede Sekunde

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Gießen (pm). Kürzlich hat die Volksbank Mittelhessen 70 sogenannte »Laien-Defibrillatoren« an regionale Vereine und Initiativen verlost. Die Geräte im Gesamtwert von 100 000 Euro wurden im Rahmen des Förderwettbewerbes »Lebensretter« live via Facebook vergeben. Spannende Gäste bereicherten die abendliche Online-Veranstaltung.

»Hoffentlich werden die Geräte niemals zum Einsatz kommen müssen«, wünschte sich Anna-Lena Wagner, die Moderatorin des Abends. Die Realität sieht leider anders aus: Es kommt immer wieder vor, dass Menschen ohne Vorwarnung einen plötzlichen Herzstillstand erleiden.

Im Falle des Falles ist schnelles Handeln gefragt. Wenn nicht sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden, sinken die Überlebenschancen für den Betroffenen im Sekundentakt. Neben Herzdruckmassage und der Beatmung ist oft der Einsatz eines Defibrillators notwendig. Automatisierte externe Defibrillatoren (AED) können auch von Laien bedient werden. Entscheidend ist nur: Es muss ein Gerät in der Nähe sein.

»Mit der Spende von 70 Defibrillatoren möchte die Volksbank Mittelhessen die medizinische Infrastruktur in der Region verbessern und ihren Teil dazu beitragen, dass das Netz dieser lebensrettenden Geräte noch dichter wird«, sagte die Generalbevollmächtigte Natalija Korbmacher zum Auftakt der Veranstaltung. Die Defibrillatoren sollen an Treffpunkten mit hoher Besucherfrequenz, zum Beispiel in Vereinsheimen oder an Sportplätzen, installiert werden.

Sebastian Kirchner vom Deutschen Roten Kreuz war einer der Gäste des Abends. Er berichtete, dass in Deutschland nur etwa vierzig Prozent der Menschen bereit sind, in Notfällen Hilfe zu leisten. Kirchner erklärte sehr anschaulich, wie die Defibrillatoren funktionieren. Die Vereine werden die Geräte direkt vom DRK erhalten. Im Rahmen einer Übergabeveranstaltung werden Vereinsmitglieder an den Defibrillatoren geschult.

Dr. Pascal Bauer, Leiter der Sportkardiologie im UKGM Gießen, gab den Zuschauern einen Einblick aus medizinischer Perspektive. Er warnte davor, dass nicht nur ältere Menschen von einem Herzstillstand betroffen sein können, sondern auch durchtrainierte, junge Athleten. Davon wusste auch Yannik Ribbecke zu berichten. Der Spieler des Lich Basketball e.V. erzählte von seinem persönlichen Erleben, als ein junger Teamkollege während eines gemeinsamen Trainings leblos in sich zusammensackte. Dank der schnellen Reaktion und auch des Einsatzes eines Defibrillators konnte das Leben des jungen Mannes gerettet werden. Juliane Frey von der CRS medical GmbH erläuterte das Projekt »Hol Dir einen AED ins Team«. Das Aßlarer Unternehmen bietet Vereinen ein Mietkauf-Konzept für AEDs, eine Art »All-Inclusive«-Paket mit allen Serviceleistungen zu festen Konditionen. Zudem kündigte Frey eine selbstentwickelte App an. In der App sollen alle öffentlich verfügbaren AEDs erfasst werden.

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