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Ideen für neuen Markt in Wißmar

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Der Edeka-Markt in Wißmar im Gewerbegebiet »Auf der Höll«. © Ruediger Sossdorf

Könnte in Wißmar ein neuer Edeka gebaut werden? Die Idee steht zumindest im Raum. Wenngleich ein Grundstück dafür noch zu finden wäre. Eine erste Vorprüfung ist gelaufen.

Rund 25 Jahre ist es jetzt her, dass der Edeka in der Krofdorfer Straße in Wißmar seine Pforten schloss - zugunsten des »neuen« Marktes draußen vorm Dorf, am Rande des Gewerbegebiets in der Lahnaue. Jetzt wird das Thema »Markt« erneut aufgerufen. Der Betreiber des Markts ist an die gemeindlichen Gremien mit Ideen für einen möglichen Neubau im Dorf herangetreten. Angeführt wird vom Betreiber die »Notwendigkeit«, den Markt »zukunftsfähig und kundenorientiert aufzustellen« und entsprechend zu erweitern. Dies sei in den jetzt angemieteten Räumen nicht ohne weiteres realisierbar, hieß es im Dezember in einem gemeinsamen Prüfauftrag von SPD und Grünen in der Gemeindevertretung.

Die Größe des jetzigen Markts entspreche nicht den Vorgaben von Edeka. Die Gänge seien für das angebotene Sortiment beispielsweise zu schmal. Der Kaufmann, der in direkter Nachbarschaft den Getränkemarkt sein eigen nennt, würde gerne standortnah bauen. SPD und Gründe sprachen sich bereits im Dezember klar für die Sicherung und Weiterentwicklung der Nahversorgung in Wißmar aus - auch mit Blick auf die aktuell 67 Mitarbeiter des Marktes.

Aufgerufen wurde das Thema am Donnerstag in der gemeinsamen Sitzung zweier Fachausschüsse der Gemeindevertretung im Wißmarer Bürgerhaus. Da nämlich wurde von ersten Standort-Vorprüfungen berichtet. Allerdings ohne dabei so recht fündig geworden zu sein. Wobei dies alles noch nicht mehr als erste Überlegungen sind - ein ganz frühes Stadium.

Wenigstens 5000 Quadratmeter oder etwas mehr an Fläche würden für einen Neubau benötigt. Zu bedenken sind bei einer Standortsuche etliche Aspekte: Die Verkehrsbelastung, die ein solcher Markt für die Menschen in seiner Nachbarschaft mit sich bringt. Die Möglichkeit der Andienung durch große Lkw, die Topografie des Geländes…

Und eben auch das Versiegeln weiterer landwirtschaftlich genutzter Fläche, wenn es zu einem Neubau auf der sprichwörtlichen »grünen Wiese« kommt.

Erweiterung am Standort?

Was in den Ausschusssberatungen ebenfalls Thema war: Es gibt Erweiterungsmöglichkeiten am heutigen Standort - das wisse der Marktbetreiber, das wisse auch Edeka, sagte der Eigentümer der Immobilie, in der neben dem Einkaufsmarkt unter anderem ein Übernachtungsbetrieb und ein Fitnessstudio situiert sind. »Andere Möglichkeiten liegen auf dem Tisch«, verwies er auf »Entwicklungsflächen« in der Größenordnung von rund 500 Quadratmetern im Gebäudebestand, diese könnten durch Kündigung heute noch bestehender Mietverträge frei werden.

Für den jetzigen Standort spricht zudem, dass die Verkehrsanbindung im Besonderen für die großen Lastwagen in Ordnung ist. Ein weiterer Aspekt, der bei einem etwaigen Neubau zu bedenken wäre, wurde von Bürgermeister Marc Nees aufgerufen: Wie wäre es denn dann um die Nachfolgenutzung des bisherigen Marktes bestellt?

In einer ersten Reaktion gab die CDU nochmals die Frage der Versiegelung weiterer Fläche bei einem Neubau zu bedenken. Und auch die Fraktion der Grünen sagt, dass die Entwicklung auf bestehenden Flächen Vorrang habe. »Das Gebäude ist, wie es ist. Man sollte sehen, was es hergibt«, so der grüne Ausschussvorsitzende Jürgen Quurck. Für wie auch immer geartete Entscheidungen, das war am Donnerstag klar, ist es jetzt noch zu früh.

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