Ansicht des Medzentrums Grünberg: Der dreigeschossige Bau mit einer Bruttogrundfläche von 2000 Quadratmetern soll in der Gießener Straße gegenüber der Sparkasse entstehen. SKIZZE: PM
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Ansicht des Medzentrums Grünberg: Der dreigeschossige Bau mit einer Bruttogrundfläche von 2000 Quadratmetern soll in der Gießener Straße gegenüber der Sparkasse entstehen. SKIZZE: PM

Ide: Zukunftsweisend für Grünberg

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Im Herbst 2015 erwarb die Stadt mehrere Grundstücke im Karree zwischen Londorfer und Gießener Straße, anderthalb Jahre später dann wurden Ideen für einen "Gesundheitscampus" präsentiert. Die erste Zeitplanung war nicht einzuhalten, jetzt jedoch soll eines der ambitioniertesten Projekte in Grünbergs jüngerer Vergangenheit "aufs Gleis gesetzt werden".

Erste Ansicht präsentiert

Die Formulierung wählt Bürgermeister Frank Ide, wenn er für den Vorvertrag zum Bau des Ärzte- und Gesundheitszentrums wirbt - um so auch der Stadt wie den Projektierern Planungssicherheit zu schaffen. Seit Dienstag liegt nun eine erste Ansichtsskizze vor. Der dreigeschossige Bau in der Gießener Straße soll "Keimzelle" des Medzentrums werden. Als erste Mieter stehen eine Gemeinschaftspraxis von Hausärzten, eine Kieferorthopädin sowie eine Zahnarztpraxis und physiotherapeutische Einrichtung bereit.

Die Kosten - inklusive Abriss und Parkplätze - beziffern die Projektierer der "Ideenwelt Gesundheitsmarkt GmbH" (IWG) mit 8,5 bis 9 Millionen Euro. Die "Ideenwelt" ist kein Unbekannter im Landkreis. Als Teil des Netzwerks mit der Kanzlei HFBP und den Architekten von "designplus" haben die Gießener bereits Medzentren in Pohlheim und Staufenberg realisiert.

Was sie für Grünberg vorhaben, das erläuterte Alexander Bechtler (HFBP) in der gemeinsamen Sitzung aller Parlamentsausschüsse. Wie der auf Medizinrecht spezialisierte Anwalt ausführte, wäre als Nächstes die Projektgesellschaft - diese realisiert den Bau und die Vermietung - zu gründen. Als Gründungsgesellschafter stehen fest die Stadt - die maximal zulässige Einlage von 200 000 Euro hat das Parlament im Vorjahr beschlossen - sowie die IWG-Gruppe.

Bechtler zeigte sich ob der Anfragen und guten Renditeerwartung zuversichtlich, weitere Unternehmen und Privatleute aus Grünberg als Kommanditisten zu akquirieren. "Eine Demokratisierung sozialer Infrastruktur", meinte der Anwalt und versicherte auf kritische Nachfrage von Siegbert Damaschke (CDU): "Die Stadt hat als wesentlicher Mitgesellschafter den Hut auf." Angesichts des schwierigen baulichen Umfelds rechnen die Projektierer mit hohen Gestehungskosten, gehen aber dennoch davon aus, mit "ortsüblichen Mieten" auszukommen. Auf Nachfrage Birgit Ottos (CDU) wurde Bechtler konkreter: Je nach Ausbaustandard seien das 9 bis 11,50 Euro, netto kalt.

CDU warnt vor Kosten für Stadt

Wieder Damaschke forderte Nachbesserungen, bleibe doch im Vorvertrag einiges vage, würden "viele Kosten auf die Stadt abgewälzt". Dass am Ende an der Stadt etwas hängen bleibe, dies aber angesichts des "zukunftsweisenden Projekts" und in Relation zur am Ende zweistelligen Millioneninvestition tragbar sei, widersprach dem sein Amtsnachfolger. Bechtler räumte nun ein, es gebe Risiken - vor allem bei der Kapitaleinwerbung (ein 30-prozentiger Eigenkapitalsockel ist zunächst zu bilden) und bei der Vermietung. Die jetzt geplante Variante 7a ohne teures Parkierungssystem ist für ihn doch "überwiegend wahrscheinlich realisierbar".

Werde erst mal gebaut, zeigte sich da Frank Ide optimistisch, würden noch mehr Ärzte einsteigen. Und: Falls doch in zwei Jahren keine Mediziner interessiert seien, könnte eventuell eine andere Bebauung Platz greifen. Am Ende stand die Beschlussempfehlung aller Ausschüsse bei nur einer Neinstimme.

Wie geht’s nun weiter? Nach Gründung der Projektgesellschaft hofft man bereits für den Herbst auf die "Planreife". Heißt: Eigenkapital eingeworben, Mieter vertraglich gebunden, Grund von Stadt erworben. Bald darauf, so die Projektierer auf GAZ-Nachfrage, würde der Bauantrag gestellt, dessen Genehmigung man für Anfang 2021 erwartet. Hernach rückten die Abrissbagger an. Die Kosten trüge die GmbH, bei Zuschüssen aus der Städtebauförderung. Etwa im Juni würde die rund anderthalbjährige Bauphase beginnen. Inbetriebnahme könnte somit Ende 2022/Anfang 23 sein. Dass diese Zielvorgaben "nur bei planmäßigem Projektablauf verwirklicht werden, von dem diesseits jedoch aktuell ausgegangen wird", ward seitens der Kanzlei HFBP angemerkt.

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