Harry Damm
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"Ich würde gern wieder an die Arbeit gehen"

  • Armin Pfannmüller
    vonArmin Pfannmüller
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Heuchelheim(pd). Die Corona-Pandemie hat den Alltag aller auf den Kopf gestellt. An dieser Stelle werden in den kommenden Tagen Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereiche Einblicke in ihren neuen Alltag gewähren. Heute: Harry Damm (Heuchelheim) ist Busfahrer bei der Firma Franke mit Sitz in Hohenahr-Erda.

1. Wie verläuft Ihr Tag normalerweise?

Das kommt ganz darauf an, welchen Dienst ich habe. Die Frühschicht beginnt gegen 5 Uhr. Ich hole dann den Linienbus ab, der entweder in Ettingshausen, Garbenteich oder in Gießen abgestellt ist. In der Spätschicht hole ich den Bus am frühen Nachmittag ab und bin dann bis zum Abend im Dienst. Unterwegs bin ich auf unterschiedlichen Routen. Dazu gehören zum Beispiel Linden, Lich, Laubach oder Schotten. Pro Arbeitstag bin ich zwischen 150 und 300 Kilometer auf Achse.

2. Und wie sieht Ihr Alltag jetzt aus?

Momentan bin ich zu Hause, weil ich eine Vorerkrankung habe. Ich hatte vor ziemlich genau einem Jahr eine schwere Lungenentzündung. Ich war bis Anfang April zwei Wochen lang krankgeschrieben und habe jetzt noch zwei Wochen Urlaub genommen. Danach muss man sehen, wie die Situation sich entwickelt hat.

3. Was vermissen Sie am meisten?

Ich würde gern wieder an die Arbeit gehen und die Kollegen entlasten, die jetzt meine Schicht fahren. Aber ich habe zu viel Respekt vor einer möglichen Ansteckung mit dem Corona-Virus. Im Bus hat man jeden Tag Kontakt mit hunderten von Fahrgästen. Ich bin Fallschirmspringer. Wenn ich springe, habe ich ein kalkulierbares Risiko. Das Risiko, mich mit dem Virus anzustecken, kann ich im Dienst aber nicht kalkulieren. Deshalb bleibe ich zu Hause. Das Rausgehen vermisse ich übrigens nicht.

4. Und was ist positiv?

Ich finde es geht, dass sich ein Großteil der Bevölkerung an die Maßnahmen der Regierung hält und nicht in Gruppen unterwegs ist oder gleich ganz zu Hause bleibt. Nicht verstehen kann ich allerdings die wenigen Leute, denen anscheinend alles egal ist und die damit sich und andere gefährden. FOTO: SE

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