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Machen seit einem Jahr Musik auf dem Kirchturm in Bellersheim: (v.r.) Andreas Kopf, Johann und Jacob Kopf, die Ostersonntag zusammen mit ihrer Cousine Lilli auf die Turmspitze stiegen

»Wir wollen etwas Freude bringen«

  • vonConstantin Hoppe
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Hungen (con). Die Treppen und Leitern hoch zur Spitze des Bellersheimer Kirchturms sind eng und steil. Trotzdem haben Andreas Kopf und seine beiden Söhne Johann und Jacob keine Probleme damit, mit ihren Musikinstrumenten am Ostersonntag die Spitze des Turms zu erreichen: Sie haben mittlerweile monatelange Erfahrung damit, die Stufen zu bewältigen.

»Am Ostersonntag vor genau einem Jahr haben wir zum ersten Mal von hier oben gespielt, um etwas Abwechslung und Freude in die Zeit des Corona-Lockdowns zu bringen«, erzählt Andreas Kopf. »Da habe ich noch gedacht: Mal schauen, ob wir am Martinstag auch noch hier spielen.«

Zuschauer verteilen sich in den Gassen

Das taten sie. Aber auch der Tag liegt mittlerweile ein knappes halbes Jahr zurück und Vater und Söhne spielen immer noch jeden Sonntag von der Kirchturmspitze. Dass es mal ein ganzes Jahr werden würde, hätten sie vor einem Jahr nicht gedacht.

Am Ostersonntag sind es die Lieder »He’s got the whole world in his hands«, »Hey, Pippi Langstrumpf«, »Pumuckl«, »Im schönsten Wiesengrunde« und »Ade zur guten Nacht«, mit denen sie ihr Publikum im Dorf erfreuen.

Zwischen den Liedern brandet aus den Straßen und Gassen unterhalb des Kirchturms Applaus auf. Jeden Sonntag finden sich einzelne Personen oder Familien ein und lauschen den Liedern, manche kommen jeden Sonntag und genießen die rund 20 Minuten dauernde Abwechslung. Zum Abschluss gibt es dieses Mal auch noch einen gerufenen Ostergruß von der Spitze des Turms.

»Wir waren jeden Sonntag bei Wind und Wetter hier oben, außer einmal, da gab es ein Gewitter«, berichtet Andreas Kopf.

Und auch seine beiden Söhne sind begeistert: Die beiden spielen sonst wie ihr Vater im Musikzug Bellersheim, das geht aber in der aktuellen Zeit nicht. Stattdessen freuen sie sich auf die Abwechslung von den sonstigen privaten Übungsstunden. »Es ist einfach etwas besonderes, von hier oben zu spielen«, meint der 14-jährige Johann.

Angefangen haben sie damals, nachdem Pfarrer Johannes Fritzsche mit den kleinen Kirchturmkonzerten angefangen hatte: »Da haben wir uns einfach drangehängt«, berichtet Andreas Kopf.

Und ein Ende der wöchentlichen Auftritte ist vorerst nicht in Sicht: Auch weiterhin wollen er und seien Söhne jeden Sonntag auf den Kirchturm steigen, um dem Dorf etwas Abwechslung vom Lockdown-Trott zu bieten.

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