Zwischen Müllerweg und Beethovenstraße sollen weitere Bauplätze entstehen.	FOTO: US
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Zwischen Müllerweg und Beethovenstraße sollen weitere Bauplätze entstehen. FOTO: US

Weitere Bauplätze am Müllerweg

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Hungen (us). Die Bauwilligen stehen Schlange. Rund 20 Bauplätze werden voraussichtlich im Neubaugebiet Müllerweg/Stockwiesen zur Verfügung stehen, etwa 75 Interessenten sind bereits bei der Stadt Hungen vorstellig geworden. Jetzt legen die Verantwortlichen ein Schippe drauf. Der als Notparlament tagende Haupt- und Finanzausschuss hat am Donnerstag in der Stadthalle bei einer Enthaltung den Aufstellungsbeschluss für einen zweiten Bauabschnitt gefasst. Das ursprünglich 0,75 Hektar große Gebiet soll um gut einen halben Hektar erweitert werden, erläuterte Bürgermeister Rainer Wengorsch. So könnten etwa weitere zwölf Bauplätze geschaffen werden. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Aktuell wird das Areal landwirtschaftlich genutzt.

Wie aus der Stellungnahme des Magistrats hervorgeht, liegen die Gründe für die Erweiterung des Baugebiets nicht nur in der hohen Nachfrage, die nach Ansicht des Magistrats noch steigen wird. Auch wirtschaftliche Erwägungen lassen die Vermarktung einer größeren Fläche ratsam erscheinen, denn die Erschließung ist nicht ganz unkompliziert.

Erstens wird die Oberflächenentwässerung wohl teurer als geplant. Wie Bürgermeister Wengorsch auf Nachfrage dieser Zeitung erläutert, kann die Zuführung vom geplanten Regenrückhalte- becken zum Vorfluter an der Horloff wegen der Eigentumsverhältnisse nicht auf direktem Wege erfolgen. Der etwa 150 Meter lange Umweg werde zu höheren Kosten führen. Auch die Gesteinsverhältnisse im Untergrund sind im wahrsten Sinne des Wortes ein harter Brocken: Basalt. »Wir werden nicht sprengen müssen, rechnen aber mit höherem Aufwand«, sagt der Bürgermeister.

Schließlich quert die Zuleitung auch noch Flächen, über die einst der Limes führte. Deswegen hat die Denkmalpflege ein Wörtchen mitzureden. Sie wird das Gelände untersuchen, was zu weiteren Kosten führt. »Damit eine Wirtschaftlichkeit des Gebiets erzielt werden kann, ist die Realisierung des zweiten Bauabschnitts unbedingt erforderlich«, heißt es in der Beschlussvorlage des Magistrats.

Der Bebauungsplan für den ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets »Müllerweg/Stockwiesen« ist bereits vor knapp einem Jahr rechtskräftig geworden. Wengorsch hofft, dass Mitte diesen Jahres mit der Erschließung begonnen werden kann. Er hofft, dass die ersten Baugenehmigungen Ende 2021 erteilt werden können.

Bauland soll auch im geplanten Baugebiet West entstehen. Hier setzt die Stadt, wie bei anderen Flächen auch, auf die Zusammenarbeit mit der Hessischen Landgesellschaft. Das Modell der Bodenbevorratung funktioniert so: Die HLG erwirbt die notwendigen Flächen aus eigenen Mitteln und kümmert sich auch um die Baulandumlegung. Die Vermarktung erfolgt in Abstimmung mit der Kommune, die auch den Quadratmeterpreis festlegt.

Stadt behält Einfluss

Vorteil für die Stadt: Sie hat weiter Einfluss auf Planung und Preise, doch die finanzielle Verantwortung wird ihr für zehn Jahre von der HLG abgenommen. Sollten die Grundstücke bis dahin nicht vermarktet sein, muss sie jedoch für die Kosten gerade stehen. Dieses Risiko wird wegen des Siedlungsdrucks im Rhein-Main-Gebiet laut Beschlussvorlage als »mäßig bis gering« eingeschätzt. Andere Modelle, die im Vorfeld zur Debatte standen, aber verworfen wurden, waren die Zusammenarbeit mit einem Erschließungsträger, das Investorenmodell oder das Treuhändermodell.

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