Weichenstellung für "Hungen-West"

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Hungen (kjg). In Hungen werden im Westen der Stadt in den nächsten 15 bis 20 Jahren zwischen Gießener Straße und Umgehungssstraße (B 457) auf 19 Hektar Land ungefähr 600 Wohneinheiten entstehen (die Gießener Allgemeine berichtete). Folkert Rüttinger (ROB) und Claas Behrendt (imb) stellten am Montagabend den Mitgliedern des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses das von der ROB Planergruppe und imb-Plan ausgearbeitete Konzept mit zwei Varianten vor. Das Konzept war unter Beachtung der städtebaulichen Rahmenbedingungen (Regionalplanung, Flächennutzungsplan, Bebauungspläne, demografische Entwicklung) erstellt worden. Verkehrliche Belange, Ver- und Entsorgung (Wasser), Lärmschutz, Naturschutz und Klimaschutz wurden in der umfangreichen Präsentation ebenfalls abgebildet. In dem neuen Baugebiet "Hungen-West" werden in drei Bauabschnitten Einzel-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser sowie mischgenutzte Gebäude und Gemeinschaftseinrichtungen entstehen. Das neue Wohngebiet soll im Rahmen des hessischen Förderprogrammes "Nachhaltiges Wohnumfeld" ökologisch und umweltfreundlich gestaltet werden.

Im ersten Bauabschnitt sollen die Kita, Betreutes Wohnen und der Generationenpark entstehen. Es sind Tiefgaragen und zentrale Parkplätze für die Mehrfamilienhäuser, Fahrradabstellanlagen und ein Car-Sharing-Pool geplant. Großzügige Grünflächen, Rad- und Fußgängerwege geben dem Hungener Quartier ein angenehmes Lebensgefühl. Vermeidung von Bodenversiegelung, Dachbe-grünung und Nutzung des Regenwassers sowie die energetischen Rahmenbedingungen mit Wärme- und Sonnennutzung bilden ein zukunftsorientiertes neues ökologisches Wohngebiet in der Hungener Kernstadt.

Nach ausführlicher Diskussion, in der Manfred Paul den Verbrauch besten Ackerbodens beklagte, entschieden die Ausschussmitglieder mehrheitlich für die Variante 2, die mehr Wohnbauflächen und weniger öffentliche Grünflächen enthält.

Debatte um Straßenbeiträge hält an

Die Entscheidung über die Abschaffung der Straßenbeiträge haben sich die Mitglieder des Bauausschusses der Hungener Stadtverordneten nicht leicht gemacht, denn der Bau der Straßen, deren Pflege und Unterhaltung kosten Geld. Woher soll das Geld kommen, wenn nicht vom Bürger? Ein Teil der Hungener will die Straßenbeitragssatzung, die erst seit Anfang diesen Jahres gilt, wieder abschaffen. Bürgermeister Rainer Wengorsch warnte dann auch vor deren Abschaffung. Zwar habe die Landesregierung den Kommunen freigestellt, ob sie Straßenbeiträge erheben, so unterstrich Wengorsch, jedoch fordere diese auch einen ausgeglichenen Haushalt. Der Magistrat habe es sich nicht leicht gemacht, die Beschlussvorlage zur Abschaffung der Straßenbeiträge auf den Weg zu bringen.

In der anschließenden Beratung zeichnete sich ab, dass außer der SPD alle Fraktionen mit unterschiedlichen Argumenten gegen die Abschaffung der Straßenbeiträge waren. Es sei gerechter, keine Straßenbeiträge zu nehmen, und die SPD werde ihrer Abschaffung zustimmen, positionierte sich Christoph Fell-ner von Feldegg. Er fordere das Land auf, die Gemeinden besser auszustatten, ihnen die Mittel zur Verfügung zu stellen oder die Straßen selbst zu bauen und zu erhalten.

Frank Bernshausen (Bündnis 90/Grüne) stellte den Antrag zu prüfen, ob mit zehn Eurocent je Quadratmeter/Grundstück als wiederkehrende Gebühr, der Beitrag der Grundbesitzer ausreiche, um eine Erhöhung der Grundsteuer B zu vermeiden. Der Antrag wurde bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme (SPD) angenommen.

Der Ursprungsantrag auf Abschaffung der Gebühren wurde vertagt.

Seitens der Bürgerinitiative zur Abschaffung der Straßenbeiträge in Hungen verlautete unterdessen, die BI hoffe, dass sich die Stadtverordneten nicht beirren lassen und der Empfehlung des Magistrats zur Aufhebung der Straßenbeitragssatzung folgen. Das Stadtparlament tagt am Donnerstag, dem 26. September, um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Nonnenroth.

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