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Herr über die Weihnachtsbäume: André Fritz.

Weichenstellung für Bio-Anbau

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Hungen(pm). Um Verständnis für die Produktionszusammenhänge, der in Nonnenroth (noch) bäuerlich betriebenen Landwirtschaft zu erlangen, hatten die Naturschutzbund-Gruppen (NABU) Horlofftal und Nonnenroth zur Besichtigung des land- und forstwirtschaftlichen Gemischtbetriebes "Hof Wiesental" der Familie Fritz eingeladen. Der Rundgang zeigte moderne, der Betriebsgröße angepasste Technik und immer wieder optimierende Investitionen in die notwendige Gebäude-, Energie- und Lagertechnik. Es wird sich einiges verändern, da der Hof auf Bio-Anbau umgestellt wird und mit veränderter Fruchtfolge und anderen Produktionsabläufen sich erst ein neues betriebliches Gleichgewicht einstellen muss.

Pferde, Christbäume und Rinder

Der von den Großeltern Fritz zu Beginn der 1960er Jahre in die Feldgemarkung ausgesiedelte landwirtschaftliche Betrieb hat eine bewegte Entwicklungsgeschichte hinter sich und bewirtschaftet überwiegend auf Pachtland-Basis heute mit etwa 280 Hektar fast 20-mal so viel Fläche wie damals. "Das von meinen Eltern begonnene ökonomische Wagnis ist auch heute noch - trotz EU-Subventionen - in manchen Jahren mit Preiseinbrüchen ein finanzieller Drahtseilakt", so Senior Jürgen Fritz. "Ich möchte diskriminierungsfrei gesunde Nahrungsmittel bei fairen Preisen produzieren und gesellschaftlich gefragte Dienstleistungen erbringen", ergänzte sein Sohn Maurice. "Viele von Landwirten kritisierte Auflagen und Gesetze sind heute jedoch angesichts der massiven ökologischen Probleme notwendig", erläuterte der Nonnenröther NABU-Vorsitzende Heinz Weiß. Wichtig sei, auf sachlich-korrekter Ebene miteinander zu kommunizieren und auch allgemeingültige naturwissenschaftliche Erkenntnisse zur Richtschnur des landwirtschaftlichen Handelns zu machen.

Den romantischen Bauernhof der Vergangenheit gibt es zwar heute kaum noch, jedoch bietet auch ein Betrieb wie Hof Wiesental einiges an Kleinstlebensräumen und Rückzugsbereichen. So zeigte Patrick Sohn (Pächter des "Reit- und Pferde-Pensionsbetriebes Hof Wiesental") die weitläufigen Pferdeweiden unterschiedlicher Struktur und informierte über sein Geschäftsmodell. Im Anschluss schlenderte man durch die Weihnachtsbaumkulturen des Hofes, die von André Fritz verantwortet werden. "Es ist nicht einfach, angesichts der quasi industriell betriebenen Massenproduktion von Weihnachtsbäumen als Kleinbetrieb zu bestehen, aber wir schaffen durch direkten Endverbraucherkontakt und gute Wuchsqualität, unseren Kundenstamm zu erhalten und sogar zu erweitern", so der Agraringenieur.

Der hofeigenen Angus-Rinderherde begegneten die Besucher auf ihrem Weidezyklus zwischen Streuobstwiesen, Ackerflächen und Wiesen. "Regional und nachhaltig erzeugtes Qualitätsfleisch ist unser Ziel", so Jürgen Fritz.

Den Ausklang bei einer schmackhaften Vesper mit hofeigenen Wurstwaren im "Reiterstübchen" gestaltete Monika Fritz mit ihrer Tochter Yvonne liebvoll. Den Dank an die Inhaberfamilie Fritz übermittelte Stephan Kannwischer vom NABU Horlofftal. FOTO: PM

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