Mit dem Schlauch wird jede einzelne Pflanze von Johanna und Timo Launspach gegossen. Fabian Rinn sammelt inzwischen die Fegeschutzspiralen der vertrockneten Pflanzen ein. FOTO: VH
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Mit dem Schlauch wird jede einzelne Pflanze von Johanna und Timo Launspach gegossen. Fabian Rinn sammelt inzwischen die Fegeschutzspiralen der vertrockneten Pflanzen ein. FOTO: VH

Wasser für verdorrte Pflanzen

  • vonKarl-Josef Graf
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Hungen(kjg). Hängende und welkende Blätter, entlaubte und verdorrte Pflanzen, so sah es großenteils auf der Pflanzfläche im Bellersheimer Markwald aus. Der Boden war staubtrocken. Revierförster Wolfram Peppler vom Forstservice Ranstadt stellte fest, dass viele der im Bellersheimer Vorderwald im April gepflanzten Wildkirschen und Schwarznüsse verdorrt waren.

Gezielt gewässert

Deshalb wurden in diesen Tagen bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die etwa 5000 Quadratmeter große Pflanzfläche sowie drei weitere kleinere Flächen im Vorderwald von den Ortsmärkern Johanna Launspach und Timo Launsbach sowie Fabian Rinn gewässert. Wie mit der Gießkanne gaben sie über den Schlauch sparsam und gezielt Wasser auf die einzelnen Pflanzen. Dadurch wurde nur so viel Wasser wie nötig verbraucht, erklärten sie. Das Wasser kam über den 70 Meter langen Schlauch aus dem Wasserfass, das ein Traktor transportierte. Fabian Rinn lieferte mit Traktor und Anhänger sowie dem mehrere Kubikmeter fassenden Wasserfass den Nachschub.

Über dieses Engagement der jungen Anteilseigner sei man sehr froh, erklärte Sylvia Ruppel von der Bellersheimer Markgenossenschaft. Mit dieser Bewässerungsaktion hoffe sie, die meisten der jungen Pflanzen doch noch zu retten.

Selbst die fünf bis sechs Jahre alten Ahornbäume zeigen Trockenschäden und lassen die Blätter hängen, erläuterte sie. Im Frühjahr habe man 1000 Wildkirschen und 200 Schwarznüsse gepflanzt, die mit der Trockenheit besser zurechtkommen als die meisten heimischen Arten.

Diese Baumarten wachsen relativ schnell und bieten wertvolles Holz für den Innenausbau und Furniermöbel. Mit diesem Wechsel im Bellersheimer Wald versuche man Baumarten zu etablieren, die die Trockenheit besser vertragen, erklärte Ruppel. Peppler bestätigte, dass es in den vergangenen Tagen und Wochen viel zu wenig Regen gegeben habe.

Gut fürs Klima

Der Wald sei nicht nur Wasserspeicher für die Menschen, sondern biete mit seinem günstigen Erholungsklima dem Menschen Ruhe und Entspannung. Insbesondere die Buchenwälder seien wichtig als Grundwasserspeicher.

Laubwälder produzieren Sauerstoff und sorgen für ein gutes Klima, sagte Sylvia Ruppel. Nicht zuletzt liefere der Wald aber auch das Bauholz für Gebäude und Einrichtungen. Jedoch habe der Wald seinen Besitzern in den vergangenen Jahren eher Kosten verursacht als Erträge gebracht, was mit dem Klimawandel zusammenhänge, erklärte die Vertreterin der Markgenossenschaft: "Weil er so wertvoll für uns alle ist, sollte man ihn achtsam genießen."

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