Waldränder ökologisch aufwerten

  • VonPatrick Dehnhardt
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Hungen (pad). Der Waldrand ist mehr als nur die Stelle, wo die Bäume aufhören und Wiesen, Felder oder Siedlungen beginnen. Diese Übergangszone ist Lebensraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Heinz Weiss, Vorsitzender des NABU Nonnenroth, plädiert für die ökologische Aufwertung der Waldränder.

Hessen als waldreichstes Bundesland ist geprägt vom Wechsel zwischen Wald und Feld. »Vor allem Waldränder - Brücken zwischen Wald und offenem Land - sind nicht nur ein die Landschaft belebendes Element, sondern erfüllen wichtige ökologische Funktionen für Mensch und Tier«, sagt Weiss.

Diese Übergangszonen sind in den letzten Jahrzehnten durch die intensiver werdende Landwirtschaft schmaler geworden oder gänzlich verschwunden, erklärt der Nabu-Vorsitzende. »Nicht nur in Nonnenroth, sondern überall in Deutschland leiden Wälder unter den Folgen steigender Temperaturen.« Wissenschaftler mahnen, die Wälder für den Klimawandel fit zu machen und umzubauen. »Dabei wird das Anlegen von Waldrändern vergessen.«

Normalerweise besteht ein Waldsaum aus drei eng miteinander verzahnten Zonen, erklärt Weiss: dem Waldmantel, Strauchgürtel und dem Krautsaum. Ein Waldrand solle daher eine Tiefe von 20 bis 30 Metern haben und unregelmäßig verlaufen. Außerdem erfülle er eine wichtige Schutzfunktion und bildet einen sehr effektiven Puffer, der die hohen Bäume des Waldes vor Wind, Austrocknung und Sonneneinstrahlung schütze. »Verkehrssicherungsmaßnahmen entlang von Wegen und Straßen können dadurch reduziert werden.«

Mit den Waldrändern in der Schäferstadt ist der NABU Nonnenroth unzufrieden. Die meisten würden keine ökologische Struktur aufweisen. »Dadurch gehen auf vielen hundert Kilometern Länge wertvolle Lebensräume für bedrohte Arten verloren.« Eine einfache Maßnahme sei es, Buchten anzulegen, auf denen sich Sträucher und Kräuter ausbreiten können. Dadurch würden wie mit dem Lineal gezogene Waldränder ökologisch aufgewertet.

Der NABU Nonnenroth hat dazu bereits erste Gespräche mit der zuständigen Revierförsterin geführt und hofft nun, dass auch die Politiker der Stadt Hungen das Problem angehen.

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