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Vor allem im Siedlungsbereich sind Blüten wichtig, um den Verlust der einst so typischen Bauerngärten auszugleichen.

Voller Erfolg für Hungener Blumenwiese

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Hungen (pm). Üppige Blüte in allen Farben: Das Ziel der Hungener Naturschutzgruppen von NABU und HGON, zur Frühjahrsaussaat die Neuanlage von 10 000 Quadratmetern Blütenflächen in Privatgärten zu schaffen (die GAZ berichtete), ist annähernd erreicht. Die von den Naturschutz-Aktiven in mühevoller Kleinarbeit abgepackten 1000 Samenportionen für jeweils zehn Quadratmeter sind fast alle unter die Hobbygärtner und Naturfreunde gebracht worden. Es handelte sich um die Mischung "Bunter Blütensaum" mit 40 heimischen Blütenpflanzen, der auf Wildpflanzenvermehrung spezialisierten Wetzlarer Firma "Wildsaaten".

Neuauflage 2020 wird angestrebt

Viele handelsüblich angebotenen Blühmischungen enthalten oftmals exotische oder stark züchterisch bearbeitete Pflanzenarten, mit denen die hier natürlich vorkommenden Bestäuberinsekten wie Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge sowie andere ökologisch hoch spezialisierte Arten nichts oder nur wenig fürs Überleben anfangen können.

Viele der in der Ansaatmischung enthaltenen heimischen Blütengewächse taugen darüberhinaus auch noch als Heil- oder Küchenkräuter. Manche haben eine lange Tradition in der Volksmedizin - z. B. der Rote Fingerhut, die Nachtkerze und die Ringelblume. Wer Veilchen, Vergißmeinnicht und Rapunzel-Glockenblume in der Pflanzenliste liest, bekommt vielleicht romantische Gefühle und märchenhafte Namen wie Tausendgüldenkraut, Rittersporn und Königskerze verführen vielleicht dazu, ein wenig in die Welt der Botanik einzutauchen. Die echten "Stars" sind mit ihrer sprichwörtlichen Blütenpracht hingegen Margerite, Klatschmohn und Kornblume. Einige Hundert Interessenten haben die Samen bereits in die Erde gebracht und können sich bald einer farbenfrohen Saumpracht erfreuen.

Großen Anteil am Erfolg der Mitmachaktion haben die Aktiven der Naturschutzgruppen. Besonderer Dank gilt den Hobbygärtnern und Naturfreunden, die ihren Garten attraktiver und lebensfreundlicher gestalten wollten, sowie den 25 teilnehmenden Geschäften und Institutionen, die den Hungener Naturschützern beim Vertrieb Unterstützung zuteil werden ließen. Dank richten die Verantwortlichen auch an Hessens Umweltministerin Priska Hinz, die das Projekt teilfinanziert hat, sowie an Kreis-Umweltdezernentin Dr. Christiane Schmahl als Schirmherrin und Multiplikatorin in andere Kreisgemeinden hinein.

2020 werde es wieder eine solche Aktion mit einer bunten Blütenpflanzenmischung heimischer Provenienz geben, unterstreicht Stephan Kannwischer namens der Hungener Naturschutzgruppen.

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