»Villinger bevorzugen«

  • Ursula Sommerlad
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Hungen (us). Nach wirtschaftlichem Niedergang, Zwangsversteigerungen und jahrzehntelangem Verfall scheint nun für das Gelände des »Sommerlad-Hauses« in Villingen eine gute Nachfolge-Nutzung gefunden zu sein. Die Ernst Weber GmbH aus Rechtenbach wird 40 Bauplätze entwickeln. Die Stadtverordnetenversammlung ist überzeugt, mit dem Unternehmen einen soliden Investor an der Seite zu haben und verzichtete am Donnerstag einstimmig auf ein Vorkaufsrecht für das Areal »Die Herrenbeune«.

Ein solches wäre aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen auch nicht verhältnismäßig, hatte Bürgermeister Rainer Wengorsch zuvor erläutert. Nach Berechnungen der Verwaltung würde eine Erschließung der Grundstücke in Eigenregie für die Stadt eine Gesamtinvestition von 3,15 Millionen Euro und für die künftigen Käufer einen Quadratmeterpreis von 235 Euro bedeuten.

Gegen Spekulation

Pro Hungen-Fraktionsvorsitzender Fabian Kraft hielt diese Kalkulation zwar für zu hoch gegriffen, hatte aber gegen einen Verzicht auf das Vorkaufsrecht keine Einwände. Die Firma Weber, die bereits eine Konversionsfläche in Nonnenroth entwickelt hat, habe einen guten Ruf. In einem Änderungsantrag, der mehrheitlich befürwortet wurde, forderte Kraft, bei den Verhandlungen über den städtebaulichen Vertrag zwei Aspekte zu berücksichtigen: Gemäß den Beratungen im Ortsbeirat sollte dem Investor eine Frist für die Erschließung des Geländes gesetzt werden. Zudem sollten bei der Vergabe der Grundstücke Einheimische bevorzugt werden. »Die Villinger hoffen, dass dort künftig nicht nur Frankfurter wohnen, die mit der Horlofftalbahn zur Arbeit fahren wollen«, unterstrich Kraft.

Mit der Frist für eine Erschließung wolle man zudem weiteren Spekulationen einen Riegel vorschieben. Der frühere Besitzer, der das Gelände jahrelang ungenutzt liegen ließ, habe mit dem Verkauf eine halbe Million Gewinn gemacht, behauptete der Pro Hungen-Sprecher.

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