"Ursprüngliches Ziel aus den Augen verloren"

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Hungen(pm). Mit dem Gewerbepark Hungen-Süd befassten sich nicht nur die Grünen in ihrer öffentlichen Veranstaltung am Sonntag (siehe Bericht oben auf dieser Seite). Auch der Verein "Pro Hungen" befasst sich mit der Thematik.

Fabian Kraft erklärt in einer Pressemitteilung, der Vergleich des geplanten Gewerbeparks in Hungen mit der Langsdorfer Höhe in Lich mag nicht in jedem Punkt stimmig sein, aber neben der räumlichen Nähe seien die Zahlen "doch erschreckend ähnlich": Beide Gebiete haben eine Fläche von rund 21 Hektar und wurden im ersten Bebauungsplan mit Geschosshöhen bis zu 20 Metern ausgewiesen.

Die Bauleitplanung für dieses Projekt sei von Bürgermeister Rainer Wengorsch unterzeichnet, ein Planungsbüro mit der Durchführung des Bauleitplanverfahrens beauftragt worden. Grundlage sei der einstimmig von allen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung gefasste Beschluss über die Aufstellung des Bebauungsplans "Gewerbepark Hungen-Süd". Pro Hungen spricht sich gegen die Ansiedlung großflächiger Logistik- und Rechenzentren aus, die wenig Wertschöpfung und Personaleinsatz mit hohem Flächenverbrauch kombinieren. Die ursprünglich verfolgten Ziele, insbesondere mittelständische Unternehmen des heimischen Raumes anzusprechen, scheine "völlig aus den Augen verloren zu sein". Es stehe in Widerspruch dazu, die für Jahrzehnte der mittelständischen Entwicklung angedachten Flächen "nun ausländischen Logistikern anzubieten und hochwertige Ackerböden in der Größe von rund 15 Fußballfeldern binnen kürzester Zeit und auf einen Schlag unwiderruflich zu versiegeln".

Die Bürger sollten sich mit diesem Projekt auseinandersetzen und ihre Meinung einbringen, bevor es "zu spät" ist, erklärt Kraft. In diesem Punkt unterscheide sich der Gewerbepark Hungen-Süd nämlich von der Langsdörfer Höhe: Bisher wurde noch kein rechtskräftiger Bebauungsplan aufgestellt, kein Bauland verkauft, keine Verträge mit Logistikern abgeschlossen.

Die Versiegelung von landwirtschaftlich genutzter Fläche für Projekte dieser Größenordnung koste in vieler Hinsicht Lebensqualität, sei es durch eine Abnahme der Biodiversität, gestiegene Lärmemissionen, erhöhtes Verkehrsaufkommen oder einen Verlust von Landschaft durch Megabauten - hier sogar in direkter Nähe zum Naherholungsgebiet Trais-Horloffer/Inheidener See, so Kraft.

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