Ein Hofgut aus dem frühen 18. Jahrhundert, viele Rosen und eine Idee, die nun Wirklichkeit wird. In Utphe gehen Natalie Stede und Stefan Zimmermann mit "Irenes Hofcafé" an den Start. Zu Pfingsten wird eröffnet. 
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Ein Hofgut aus dem frühen 18. Jahrhundert, viele Rosen und eine Idee, die nun Wirklichkeit wird. In Utphe gehen Natalie Stede und Stefan Zimmermann mit "Irenes Hofcafé" an den Start. Zu Pfingsten wird eröffnet. 

Neue Gastro

Trotz Corona: Im Hofgut Utphe eröffnet ein Café

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Ein Café im Hofgut Utphe: Das blieb viele Jahre nur eine Idee. Nun wird sie Wirklichkeit. Ausgerechnet im Corona-Sommer 2020 eröffnen Natalie Stede und Stefan Zimmermann "Irenes Hofcafé".

Jahrhundertealte Mauern. Hohe Torbögen, ein weitläufiger gepflasterter Hof, ein herrschaftliches Gutshaus. Und überall Rosen, Rosen, Rosen. Im Frühsommer zeigt sich das Hofgut Utphe von seiner allerbesten Seite. Künftig wird man den Anblick gemütlich bei Kaffee und Kuchen genießen können.

Am heutigen Pfingstsonntag eröffnen Natalie Stede und Stefan Zimmermann in diesem besonderen Ambiente "Irenes Hofcafé". Von der Corona-Krise, die gerade die Gastronomie schwer gebeutelt hat, lassen sich die beiden nicht beirren. "Wir sind Und-jetzt-erst-recht-Typen", sagt Stede und lacht.

Hofgut Utphe: Im Sommer und nur an Wochenenden

Unkonventionell und ein bisschen flippig - so kennt man die 47-Jährige künftige Café-Betreiberin, die eigentlich Friseurmeisterin ist. Im ehemaligen Jungtier-Stall des Hofguts betreibt sie seit 14 Jahren den "Schicksaal", der nicht nur Friseursalon ist, sondern auch Theatersaal, Kleinkunstbühne und Geschenke-Shop.

Stede hat also gut zu tun und eigentlich keine Zeit für ein weiteres Projekt. Aber den Satz "Hier fehlt noch ein Café" hat sie seit vielen Jahren immer wieder gehört. Und zuletzt immer häufiger, nämlich von ihrem Freund. "In jeder freien Minute haben wir herumgesponnen, und irgendwann dachte ich: Es könnte doch klappen", berichtet Stede. So nahm die Idee für ein Hofcafé, das nur im Sommer, nur an den Wochenenden und nur draußen bewirtschaftet wird, langsam Formen an.

Hofgut Utphe: Erinnerungen an Irene Müller

"Eigentlich wollten wir schon am 19. April eröffnen", erzählt Stefan Zimmermann. Dann kam das Virus dazwischen. Vorteil: Der 56-Jährige, der in normalen Zeiten eine Veranstaltungsagentur betreibt, konnte nun voll in die Vorbereitungen einsteigen. "Gerade habe ich ein paar Kapazitäten frei", sagt er ironisch.

Benannt hat Natalie Stede ihr Projekt nach Irene Müller, ihrer früheren Vermieterin. Schon vor Jahren haben die beiden Frauen beim Haare schneiden über die Möglichkeit eines Cafés räsoniert. "Machen Sie das, ich backe den Kuchen", hat Irene Müller damals angeboten.

Aus der gemeinsamen Idee ist nichts geworden, die Vermieterin ist vor fünf Jahren gestorben. Nun wird das Hofcafé ihren Namen tragen. "Das geht gar nicht anders", sagt Natalie Stede. "Sie hat die ganzen Rosen gepflanzt und den Hof zu dem gemacht, was er heute ist ."

Hofgut Utphe: "Wollen auch ein bisschen Überraschungspaket sein"

Den Kuchen wird nun Bäcker Ulrich aus Dorheim liefern. "Der macht ganz verrückte Torten", schwärmt Stefan Zimmermann. Wer es lieber herzhaft mag, bekommt im Hofcafé auch belegtes "Worschtebrot", überbackene Fladen oder Bruschetta. "Und Hawaii-Toast, darauf habe ich bestanden", sagt Natalie Stede. Außerdem werde es eine wechselnde Tageskarte geben. "Wir wollen auch ein bisschen Überraschungspaket sein." Vermieter Jürgen Müller sei mit den Plänen einverstanden. "Der findet es toll, wenn der Hof belebt ist."

Groß investieren mussten die künftigen Wochenend-Gastronomen übrigens nicht. Für das Hofcafé haben sie den hinteren Teil des "Schicksaals" abgeknapst. Eine mobile Theke, die bislang bei den Theater- und Kleinkunstveranstaltungen zum Einsatz kam, wird dort quer vor die Eingangstür gerollt - fertig ist der Tresen! Ebenfalls bereits vorhanden war ein originelles Sammelsurium an Tischen und Stühlen, die künftig an den Sommerwochenende rund um das große Beet im Hof gruppiert werden; in diesen Zeiten natürlich mit Abstand. Ein paar Regalbretter und einige Vintage-Möbel von Verwandten und Freunden, machen die Einrichtung komplett. Einzige größere Anschaffungen waren eine "Wahnsinns-Kaffeemaschine" und ein großer Gastrokühlschrank.

Für die Eröffnung von "Irenes Hofcafé" haben Stede und Zimmermann ordentlich die Werbetrommel gerührt. Sie rechnen mit einigem Zustrom und haben deshalb für das Pfingstwochenende personelle Verstärkung angeheuert. Ansonsten wollen sie den Café-Betrieb aber zu zweit stemmen. "Wir machen das gemeinsam", sagt Stede. "Nur wenn die Eintracht spielt, dann stehe ich hier wohl alleine."

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