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Traktorfans und viele Kinder sind enttäuscht: In diesem Jahr wird der Motorsport-Club (MSC) Horlofftal in Villingen kein Traktortreffen organisieren.

Traktortreffen macht Pause

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Hungen (pm). Traurige Nachricht für Traktorfans: 2019 wird das beliebte Villinger Traktortreffen nicht stattfinden. Nach zehn erfolgreichen Jahren mit vielen Tausend Zuschauern sucht der Motorsport-Club (MSC) Horlofftal e.V. im ADAC nach einem weniger aufwendigen Konzept. Das hatte der Vereinsvorstand bereits bei der Mitgliederversammlung im März signalisiert, nun ist es fix. "Rund 800 Stunden hat allein das dreiköpfige Organisationsteam stets in die Planung investiert, hinzukamen die Einsätze von rund 80 Helferinnen und Helfern am Veranstaltungstag", erläutert MSC-Vorsitzender Manfred Möll den Umfang der Arbeiten, den das große Fest mit freiem Eintritt bei den vergangenen zehn Auflagen erforderte.

Oldies und Hightech-Schlepper

Mit der Villinger Veranstaltung hatte der auf vielen Gebieten des Motorsports und der Verkehrserziehung aktive MSC Horlofftal 2009 einen Trend aufgegriffen und ein herkömmliches Treffen mit einer Ausstellung und einer Ausfahrt kombiniert. Eine weitere Besonderheit des Villinger Traktortreffens war die Mischung von alten, restaurierten Traktoren und modernen Hightech-Schleppern. Das gefiel Kindern ebenso wie den Vätern. Gemeinsam schlenderten sie durch die Villinger Bahnhofstraße, bestaunten zehn oder 20 PS starke "Bulldogs", aber auch imposante 500 PS starke Schlepper im Wert von 300 000 Euro und mehr. Am Lindenplatz verfolgten sie die fachkundige Moderation beim Start im Minutenabstand zur Ausfahrt, die nach Ruppertsburg und später sogar nach Röthges, Nonnenroth und zurück führte. Auf der Strecke mussten die Fahrerinnen und Fahrer Geschicklichkeitsaufgaben bewältigen. Bei einer großen Siegerehrung auf dem Förstina-Showtruck gab es am späten Nachmittag viele Pokale und Ehrenpreise für die Besten jeder Klasse sowie für das erfolgreichste Dorf und die Teams in der schönsten Präsentation.

Unterstützung erhielt der MSC von Christel Gontrum mit dem Bezirksverband der Landfrauen und Manfred Paul vom Bauernverband Gießen-Wetzlar-Dill. Zu den Stammgästen zählte Landrätin Anita Schneider, die zusammen mit ihrem Ehemann Uwe Schäfer selbst mitfuhr und die Veranstaltung als "Golden Oldies der Traktoren" bezeichnete.

"Die Teilnehmer waren für zehn Euro dabei, wobei die Grundkosten für die Organisation bei über 4000 Euro lagen", rechnet der MSC vor, der Teilnehmerschilder, Bordbücher, Stempelkarten, Pokale, Mützen, T-Shirts und Poster bereitstellte, Genehmigungsgebühren bezahlte, Versicherungen abschloss und sogar bekannte Live-Bands verpflichtete.

"Das mussten wir erst einmal wieder von Sponsoren oder durch die Bewirtung reinholen, wenn wir kein Minus zulasten der Vereinskasse machen wollten", so der Vorsitzende, der im Namen des MSC allen dankt, die sich in den vergangenen zehn Jahren für das Traktortreffen engagiert haben. Besonderer Dank gilt dabei den Anwohnern rund um den Lindenplatz, der Feuerwehr, den Landfrauen und dem Bauernverband.

Ob das Traktortreffen in Villingen oder an einem anderen Ort eine Neuauflage erfahren wird, muss der MSC in den kommenden Monaten entscheiden. Dem Verein liegen drei Konzeptideen und Angebote vor. Auch ohne das Traktortreffen ist der MSC Horlofftal 2019 ausgelastet: Nach der Kartslalom-Hessenmeisterschaft im April und der am Pfingstsonntag im Rahmen des Hungener Brunnenfests durchgeführten großen ADAC Oldtimerfahrt Horlofftal, folgt am 3. August die Fahrzeugpräsentation beim Laubacher Lichterfest und nur eine Woche später, am 10. August, der Lkw-Triathlon bei REWE in Hungen. Hinzukommt noch der Abschluss der Arbeiten an der Außenanlage des im Oktober 2018 feierlich eingeweihten Motorsportschulungszentrums mit Vereinsheim in Hungen.

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