Ein kraftvolles Team: Bernd Wirth im Einsatz mit einem seiner beiden Rückepferde. FOTO: KJG
+
Ein kraftvolles Team: Bernd Wirth im Einsatz mit einem seiner beiden Rückepferde. FOTO: KJG

Tierische Verstärkung

  • vonKarl-Josef Graf
    schließen

Hungen(kjg). Was in den 1950er und 1960er Jahren noch gang und gäbe war, ist in den vergangenen Jahrzehnten selten geworden: Das Arbeiten mit Rückepferden im Wald. In neuerer Zeit hat man die Vorteile des Holzrückens mit tierischer Hilfe wieder entdeckt. So erläuterte Markmeisterin Sylvia Ruppel nun beim Ortstermin im Bellersheimer Markwald, dass diese Arbeit mit Pferden für den Wald- boden wesentlich schonender ist als das Rücken mit Maschinen: Das führe zu Bodenverdichtungen und -schäden.

Einsatz für "Elmar" und "Eckstein"

Beim Holzrücken werden die gefällten Bäume innerhalb des Waldes zu einem Waldweg transportiert, von dem sie per Langholzwagen abtransportiert werden können. Dabei kommen entweder Pferde zum Einsatz, welche die Stämme zum Weg ziehen, oder aber Forstschlepper, Forwarder und Seilwinden.

Im Bellersheimer Markwald haben die Rückepferde "Elmar" und "Eckstein" von Bernd Wirth aus Nidda diese Arbeit übernommen. Sie transportieren die Baumstämme zum Rückeweg oder direkt zur Waldstraße. "Für den Transport vom Rückeweg bis zur Lkw-tauglichen Waldstraße werden leichtere Forstschlepper eingesetzt", erläuterte Wolfram Peppler, Revierförster im Markwald und Inhaber des Forstservice Peppler. Es gehe darum, das Holz möglichst schonend für den Waldboden aus dem Wald zu bringen. Das Holzrücken ist auch für die Pferde keine leichte Arbeit. Immerhin kann so ein Stamm je nach Größe und Dicke einige Hundert Kilogramm wiegen. Die Pferde gehen in einem Kummetgeschirr, das die wechselnden und ruckartigen Zugwiderstände abfängt. An dem Geschirr hängt die Forstkette mit dem Baum. Das Pferd wird über unterschiedlich lange Zügel geführt.

Der Mensch geht hinter oder neben dem Pferd. Bei dieser Art der Arbeit stellen auf dem Waldboden liegende Äste, Reisig und Gebüsch für die Pferde und ihre Führer zusätzliche Erschwernisse und Hindernisse dar. Im Bellersheimer Wald habe die beiden Kaltblüter ihre Aufgabe mit Ruhe und Gelassenheit erledigt.

Nachhaltige Waldwirtschaft

Für die Bellersheimer Markgenossenschaft sei die nachhaltige Waldwirtschaft mit ihrem ausgewogenen Handeln, dem zurückhaltenden Holzeinschlag sowie der Reinvestition der Überschüsse in Aufforstungen und waldbauliche Maßnahmen sehr wichtig, erläuterte Markmeisterin Ruppel. Dazu passe die schonende Holzernte - und eben das Rücken durch die Pferde.

Seit 1. Januar kümmert sich Revierförster Wolfram Peppler in diesem Sinne um den Bellersheimer Wald. Um seine Aufgabe ist er keineswegs zu beneiden: Inzwischen hat es - schon wieder - fast sechs Wochen nicht geregnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare