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Aus Sicht der Planer sind die Bürgersteige in der Gießener Straße und der Kaiserstraße zu schmal.

Hungen

Verkehrskonzept nimmt Form an – Bald Tempolimit und weniger Parkplätze?

  • VonConstantin Hoppe
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Bei einem Stadtspaziergang in Hungen zeigt sich: Wie viele Parkplätze es zukünftig in der Innenstadt geben soll, ist nur eine von mehreren wichtigen Fragen.

Hungen – Mehr oder weniger Parkplätze für Hungen? Diese zentrale Frage stellt sich im Rahmen des Stadtumbaus, in dessen Rahmen ein Verkehrs- und Parkraumkonzept für den Innenstadtbereich erarbeitet werden soll. Am Dienstagabend führte ein Stadtspaziergang durch die betroffenen Straßen.

Zu dem Spaziergang begrüßten Bürgermeister Rainer Wengorsch sowie die Planer des Büros LK Argus aus Kassel zahlreiche Teilnehmer. Entlang der verschiedenen Stationen stellte Holger Heering das von ihm ausgearbeitete Konzept vor, für das auch die Auslastung der Parkflächen ermittelt worden war.

Die Aufwertung der Ladestraße ist ein zentrales Ziel: Bislang ist dort der Straßenraum in keinster Weise geordnet. Das soll sich aus Sicht der Planer ändern: »Wir würden hier beidseitig Fußwege anlegen, dazu 30 neue Parkplätze schaffen. Zudem ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h angedacht«, sagte Heering

Hungen: Fußwege und neue Parkplätze geplant – aber auch Tempolimit

Die neuen Parkplätze in der Ladestraße seien wichtig, da diese in der Kaiserstraße je nach Konzept entfallen würden oder nur noch für maximal eine Stunde belegbar wären. »Geplant ist, dass die Parkplätze in der Ladestraße von den Beschäftigten in der Kaiserstraße genutzt werden«, sagte Heering.

Für die Kaiserstraße sieht das Verkehrskonzept große Veränderungen vor: Die ermittelten Hauptprobleme liegen in der starken Beanspruchung der Parkräume, den zu schmalen Gehwegen, der fehlenden Radverkehrsführung und den nicht barrierefreien Bushaltestellen.

Dies soll in einer der beiden vorgestellten Varianten durch eine Zusammenlegung der Verkehrsräume geändert werden: Eine beidseitige Verbreiterung der Gehwege auf 3,5 Meter und einen zwei Meter breiten Fahrstreifen würde die Straßenbreite auf 5,75 Meter reduzieren. Diese soll dann für Fußgänger, Radverkehr und Kfz-Verkehr gleichermaßen genutzt werden. Die maximale Geschwindigkeit soll hier auf 20 km/h reduziert werden.

Hungen: An der Gießener Straße könnten Parkplätze wegfallen

Eine weitere Variante würde mit einer Begrünung der Gehwege einhergehen. »Nur wenn die motorisierten Fahrzeuge weniger werden, wird es für die anderen Verkehrsteilnehmer besser - deshalb müssen wir mehr Möglichkeiten für Rad- und Fußverkehr schaffen«, erklärte Heering.

An der Gießener Straße sollten nach Auffassung der Planer mehr Möglichkeiten für Fußgänger oder Radfahrer geschaffen werden. Um beide gleichermaßen zu bedenken, reicht der vorhandene Platz jedoch nicht aus. Auch dort müssten in jedem Fall die Gehwege verbreitert werden. Je nach Variante würden sämtliche Parkplätze (Variante Radverkehr) oder rund die Hälfte dieser (Variante Fußgänger) entfallen.

Für die Friedberger Straße schlägt Heering den Ausbau der Mittelinsel an der Bahnschiene zu einer Querungshilfe für Fußgänger vor. Die Parkplätze sollen bleiben.

Gewerbetreibende üben Kritik an Parkplatz-Plänen in Hungen

Schon während der ersten Vorstellung des Konzepts gab es verschiedene Rückmeldungen: Während einige die Reduzierung der Parkflächen und die Stärkung der anderen Verkehrsteilnehmer schätzten, gab es gerade aus Sicht der Gewerbetreibenden Kritik: »Wir brauchen mehr Parkplätze, nicht weniger«, erklärte ein Teilnehmer des Spaziergangs. »Schon jetzt sind Kunden oft auf der Suche nach freien Parkmöglichkeiten.« (con)

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