+
Der Naturgarten von Birgit Groll in Rodheim ist eine kleine Oase.

Es summt und brummt

  • schließen

Hungen (con). Wiesen statt Rasen, Blumen und Sträucher statt Steinwüsten - und ganz viele Insekten. Naturgärten sind eine kleine Oase für Menschen wie auch Tiere. Und genau diese galt es am Sonntag vorzustellen: In fast allen Hungener Stadtteilen wie auch der Kernstadt öffneten Gartenbesitzer ihre Naturgärten für Besucher - ein Konzept, das mehr als nur gut ankam: Hunderte Menschen nutzten die Gelegenheit dazu, einen Blick in die geöffneten Gärten zu werfen.

Einer der sechs Gärten, deren Pforten geöffnet waren, war der von Birgit Groll in der Oberndorfer Straße in Rodheim. Schon auf den ersten Blick sah man, dass dieser Garten einfach anders ist: Über eine Brücke über den Rodheimer Bach erreichten die Besucher ein kleines Naturidyll. Verschlungene Wege führen vorbei an blühenden Bäumen und Sträuchern, es summte und brummte und man verlor fast die Umgebung aus den Augen.

Wie viel Zeit Birgit Groll in ihrem Garten verbringt, kann sie gar nicht so genau sagen - denn auch wenn man es nicht meint, so ein Naturgarten macht auch viel Arbeit: "Die meisten Leute können sich gar nicht vorstellen, welche Berge von Ästen und Pflanzen ich hier jedes Jahr herausschneiden muss", erzählt Groll. "Auch ein Wildgarten macht viel Arbeit."

Früher ein Schotterplatz

Und noch etwas kann man sich in ihrem Garten heute kaum noch vorstellen, nämlich wie dieser vor rund 15 Jahren aussah: "Da war der ganze Platz des heutigen Gartens nur geschottert, wir haben ihn dann komplett neu angelegt", berichtet Groll. Deshalb hatte sie am Sonntag Fotos ausgelegt, auf denen man den alten Zustand noch sehen konnte. Doch davon ist heute nichts mehr zu spüren.

Angefangen hat Groll damals damit, 50 verschiedene Kräuter zu pflanzen - von denen wollte aber keines so recht am Standort bleiben. Viele Arten wachsen heute in ihrem Garten, aber allzu Seltenes oder Exotisches findet man nicht. "Ich will einfach nichts Exotisches haben - so wie der Garten ist, gefällt er mir", erklärt Groll. "Das Naturbelassene ist einfach mein Stil."

Auffallend ist etwa die Clematis tangutica, die eine prominente Position im Garten einnimmt. Doch dazwischen blühen auch kleine blaue Mannstreu mit ihren distelartigen Blüten - die sind übrigens nicht gesät: "Die waren einfach eines Tages da", erklärt die Gartenbesitzerin. Jetzt bringen die blauen Blüten noch weitere Farben zwischen all die anderen Gewächse. Auch die Insekten danken für diese Art Garten: "Es ist einfach toll, wenn hier große Schwärme von Schmetterlingen umherfliegen."

Von den zahlreichen Besuchern, die am Sonntag ihren Weg nach Rodheim fanden, gab es für diesen Garten nur Anerkennung. "Genau solche Gärten habe ich mir von dem Tag heute erwartet", sagte ein Besucher.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare