Holzstapel im Wald zwischen Villingen und Hungen. Mit ihnen lässt sich derzeit wenig Geld verdienen. In der Nähe von Waldwegen sind Fällungen aus Verkehrssicherungsgründen dennoch notwendig. 		FOTO: PAD
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Holzstapel im Wald zwischen Villingen und Hungen. Mit ihnen lässt sich derzeit wenig Geld verdienen. In der Nähe von Waldwegen sind Fällungen aus Verkehrssicherungsgründen dennoch notwendig. FOTO: PAD

Sturm, Hitze, Preisverfall

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Hungen (us). Erst kam Sturmtief Friederike, dann der Hitzesommer 2018, dann beschleunigte die Corona-Krise den Preisverfall beim Holz. Harte Zeiten für Förster und Waldbesitzer, auch in Hungen.

Dort ist mit der Forstservice Taunus GmbH ein neuer Dienstleister am Start und mit Wiebke Schrell eine neue Revierförsterin. Den ersten Forstwirtschaftsplan, den sie gemeinsam mit ihren Kollegen Alexander Martin und Frank Zabel ausgearbeitet hat, konnte sie coronabedingt nicht persönlich vorstellen.

Er lag dem Haupt- und Finanzausschuss, der als Notparlament tagte, schriftlich vor und verhieß nichts Gutes: Die Stadt muss 2021 in ihren Wäldern mit einem Defizit von gut 68 000 Euro rechnen.

Gefährliche Waldwege

Die Zahl ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: »Eine genaue Planung ist bei der derzeitigen Holzmarkt- und Waldschutzsituation nur schwierig möglich«, heißt es im Resümee.

Auch im Hungener Stadtwald sind die Fichten am schwersten geschädigt. Ihre Bestände werden nach Ansicht der Fachleute komplett verschwinden. Wenig erfreulich ist auch der Zustand der Buchen. Sie sterben ab.

Die in der Forsteinrichtung, also dem Zehn-Jahres-Plan für den Wald, genannten Holzmengen sind deshalb überholt und wurden vom Forstservice Taunus pauschal um zwölf Prozent gesenkt. Bäume, die schon geschädigt sind, aber noch verwendet werden können, sollen dem Wald entnommen werden. Buchen, die nicht mehr verwertbar sind, sollen als stehendes wertvolles Totholz im Bestand verbleiben. Kopfzerbrechen bereiten die abgestorbenen Bäume aber nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Wegen vertrocknender und bereits abgestorbener Bäume sind manche Waldwege gefährlich geworden. Für Verkehrssicherungsmaßnahmen sieht der Waldwirtschaftsplan 11 000 Euro vor.

Was den Holzmarkt betrifft, so ist die Nachfrage nach Nadelholz fast komplett eingebrochen. Bei der Fichte seien die Preise in den vergangenen drei Jahren um rund 60 Prozent gefallen.

Kleiner Lichtblick: Der Export von Fichtenstammholz nach China beginnt wieder anzulaufen. Mit einer Erholung könne man aber frühestens im kommenden Jahr rechnen. Beim Buchen- und Eichenstammholz gehen Nachfrage und Preise leicht zurück.

Die Nachfrage nach Laubindustrieholz gestaltet sich, ebenso wie die Preise, insgesamt stabil. Der Haupt- und Finanzausschuss hat den Waldwirtschaftsplan einstimmig befürwortet.

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