Stadtumbau soll Bürgerpark umfassen

  • VonKarl-Josef Graf
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Hungen (kjg). Es sei noch nichts festgelegt, kein Strich auf dem Papier, kein Plan erstellt, es gebe keine Festlegungen von Radweg und Parkplatz: Zu dieser Aussage sah sich Hartmut Gall als Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses (BuP) der Stadtverordnetenversammlung am Ende der jüngsten Ausschusssitzung veranlasst, um Spekulationen vorzubeugen.

In der Sitzung ging es um den Stadtumbau. Gall wünschte, dass man sich für dieses Thema ausreichend Zeit nehme: Er forderte für die Beratungen zwei Sitzungen und die rechtzeitige Einbeziehung des BuP in die Planungen.

Bürgermeister Rainer Wengorsch bestätigte, dass man zunächst den groben Rahmen festlegen und erst danach in die Planungen einsteigen wolle. Dieser Rahmen solle zeitnah im BuP vorgestellt werden. Weiter erklärte Wengorsch, das ISEK-Gebiet solle um die Fläche des Bürgerparks erweitert werden. Der Bürgerpark wiederum solle als attraktiver Ort für alle Generationen und eine längere Verweildauer ausgebaut werden.

Die Stadt Hungen wurde 2018 in das Bund-Länder-Programm »Wachstum und nachhaltige Erneuerung« aufgenommen, erinnerte der Rathaus-Chef. In diesem Förderprogramm geht es um die Anpassung an demografische und wirtschaftsstrukturelle Veränderungen sowie um städtebauliche Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung. Hierzu wurde unter Beteiligung der Bevölkerung ein »Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept« (ISEK) erstellt (weitere Informationen unter www.hungen.de).

Im Rahmen des ISEK wurden 22 Einzelmaßnahmen festgelegt, die in den nächsten acht bis zehn Jahren umgesetzt werden sollen und von denen sich einige in der Bearbeitung befinden. Klimaschutzmanagerin Annika Ploenes gab den Sachstand einzelner Maßnahmen bekannt.

Diskussion um »Herrenbeune«

An der Friedberger/Feldheimer Straße wird neben der Treppe auf dem Grasgrundstück, das der Stadt Hungen gehört, die Böschung weggenommen und eine Rampe gebaut, so dass die Bürger auch über die Rampe barrierefrei nach oben gelangen können. Die Planung ist vergeben und der Entwurfsplan erstellt, so dass die Umsetzung im nächsten Jahr erfolgen kann.

Das Gebäude Kaiserstraße 5a wird zu Verwaltungsräumen für das Rathaus umgebaut und modernisiert. Diese Maßnahme ist voraussichtlich im Frühjahr 2022 abgeschlossen.

Inzwischen liegen sechs Anträge für Maßnahmen nach dem Förderprogramm der Stadt Hungen für klimaverbesserndes Bauen (energetische Sanierung) im Privatsektor vor. Eine Gestaltungsfibel für Gewerbetreibende und Werbende in Hungen ist im Druck. Sie wird anlässlich der Vorstellung des Verkehrskonzeptes, das für die Umgestaltung der Gießener Straße/Kaiserstraße sowie die Umnutzung ehemaliger Bahnflächen nötig ist, am 18. November (19 Uhr, Schäferstadt-Halle) verfügbar sein. In der Broschüre wird erläutert, wie Unternehmen ihre Außenwerbung gestalten können, damit sie attraktiv rüberkommt.

Auf Antrag von Pro Hungen sollte die Stadt über die Ausübung des Vorkaufsrechtes für das Baugebiet »Herrenbeune« in Villingen (ehem. Sommerlad-Hochhaus) entscheiden. Aufgrund der Rechtslage sieht die Stadt keine Möglichkeit, das Vorkaufsrecht zu bekommen, sodass der BuP dem Parlament den Verzicht auf das Vorkaufsrecht empfehlen wird.

Es entspann sich schließlich eine Diskussion zwischen Birgit Kraft und Elke Kleinert von Pro Hungen sowie dem Bürgermeister, Frank Bernshausen (Grüne) und Hartmut Gall in der Frage, wie man den Investor dazu bringen kann, Wünsche der Stadt und der Bürger in sein Projekt zu übernehmen. Man war sich einig, mit dem Investor zu sprechen und ihm die Punkte (aus dem Protokoll des Ortsbeisrates) zu übergeben.

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