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Eines der "Leuchtturmprojekte": Zugunsten von Fußgängern und Fahrradfahrern soll die Fahrbahnbreite im Bereich Kaiserstraße/Gießener Straße verringert werden.

Stadtumbau birgt Chancen

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Hungen (kjg). Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Stadtumbau in Hungen wurden am Montag im Kulturzentrum von den Planern Folkert Rüttinger (ROB Schwalbach) und Mathias Olschewski (GSW Worms) vor 30 Zuhörern präsentiert. Hungen nimmt bekanntlich am Bund-Länder-Programm für ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) teil; die Planungen starteten Ende 2018. Eingebettet in eine Gesamtkonzeption sind 27 Einzelprojekte mit einem Gesamtvolumen von 18,5 Millionen Euro - als Ergebnis jener Bürgerbeteiligung. Binnen zehn Jahren sollen die Maßnahmen umgesetzt werden. Die Finanzierung soll zu je einem Drittel durch Eigenmittel der Stadt Hungen sowie Fördermittel des Bundes und des Landes Hessen erfolgen.

Wunsch nach mehr Lebensqualität

Bürgermeister Rainer Wengorsch betonte, ISEK sei für die Stadt eine große Chance. Die der Sachstandspräsentation zugrunde liegende Planung habe man an das Ministerium weitergeleitet. Man erwarte von dort die Zustimmung gegen Ende des Sommers und hoffe, danach zügig mit der Umsetzung starten zu können. Wenn Ende 2019 auch die formale Festlegung des Sanierungsgebietes erfolgt sei, könnten auch private Maßnahmen gefördert werden. Das Sanierungsgebiet umfasst die Flächen westlich der Altstadt, die Gewerbestrukturen entlang an Kaiserstraße/Gießener Straße, Wohnbauflächen, die Ladestraße entlang der Bahn, den Gewässerbereich an der Horloff sowie die Grünbereiche am Dammweg und unterhalb des Schlosses. Im Mittelpunkt stehen die Anpassung an demografische und wirtschaftsstrukturelle Veränderungen sowie städtebauliche Maßnahmen zum Klimaschutz.

Rüttinger stellte als "Leuchtturmprojekte" vor: Umgestaltung des Straßenraums in Kaiserstraße/Gießener Straße mit Verringerung der Fahrbahnbreiten zugunsten von Fußgängern und Fahrradfahrern; ungegliederte Gewerbestrukturen um die Firma Jackl; ehemalige Bahnflächen an der Ladestraße; bauliche Erneuerung und energetische Sanierung an der Gießener Straße; Erhöhung des Grünflächenanteils am Schloss und am Naherholungsgebiet entlang der Horloff.

Die von den Bürgern in den Workshops vorgeschlagenen Maßnahmen zielen vorwiegend auf mehr Lebensqualität und auf Verkehrsmaßnahmen ab. Beispiele: Darmstädter Hof als interkulturelle Begegnungsstätte, Mehrgenerationengelände "Am Grassee", naturnahe Erhaltung der Hungener Schweiz, preiswerter Wohnraum in der Stettiner Straße, Mitfahrbänke mit Überdachung oder Neugestaltung des Friedhofeingangs.

Wengorsch dankte den Bürgern für ihr Egagement. In der Fragerunde ging es auch darum, wie und wo man weitere Fördermittel akquirieren könne, ob die Brücke am Park an der Friedberger Straße komme und ob es eine Förderung für den Darmstädter Hof gebe. Man solle die Horloff "in die Stadt bringen", zugänglich und erlebbar machen, wünschte sich ein Bürger. Wengorsch sagte zu, diese Themen im Auge zu behalten. Auf die Frage, ob es künftig mehr oder weniger Parkplätze in der Kaiserstraße gebe, antwortete der Bürgermeister, das Verkehrskonzept müsse allen Rechnung tragen - auch den Einzelhändlern. Man müsse die konkurrierenden Interessen zur Deckung bringen, sei ständig mit allen Betroffenen im Gespräch.

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