Stillstand im Skatepark, nicht nur wegen der Corona-Krise. Nur die Rampen stehen noch. Die anderen Elemente fanden vor den Augen des TÜV keine Gnade mehr. FOTO: US
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Stillstand im Skatepark, nicht nur wegen der Corona-Krise. Nur die Rampen stehen noch. Die anderen Elemente fanden vor den Augen des TÜV keine Gnade mehr. FOTO: US

TÜV-Auflagen

Skatepark in Hungen vor ungewisser Zukunft

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Vor bald neun Jahren wurde er mit großem Spektakel eingeweiht. Dass der beliebte Skatepark vor dem Hungener Jugendzentrum mittlerweile verlassen ist, liegt nicht nur am Corona-Shutdown.

Vor bald neun Jahren wurde er mit großem Spektakel eingeweiht. Dass der beliebte Skatepark vor dem Hungener Jugendzentrum mittlerweile verlassen ist, liegt nicht nur am Corona-Shutdown. "Jedes Jahr werden Elemente aus der Nutzung genommen", schreiben Sabine Nickel und Florian Röhrich, die Verantwortlichen für das Jugendzentrum, in ihrem Jahresbericht 2018/19.

Hintergrund sind die bei den jährlichen Überprüfungen durch den TÜV festgestellten Mängel. Leider sei der Skatepark seinerzeit aus Kostengründen nicht in der gewünschten Qualität aus Beton errichtet worden, bedauern die Jugendpfleger. Mittlerweile sind die schadhaften Elemente abgebaut, nur die beiden Rampen stehen noch.

Baugleiche Erneuerung undenkbar

Aktuell bereiten Röhrich und Nickel eine Umfrage vor, wie es mit dem Skatepark weitergehen soll. Eine baugleiche Erneuerung der Anlage sei auch aufgrund von Auflagen des TÜV nicht möglich. Mehrere Möglichkeiten seien denkbar, die Installation Skate- und Bike-Elemente ebenso wie Spiel- und Fitness-Geräte.

Spätestens um 19 Uhr ist Schluss

Weiter genutzt wird allerdings der Multifunktionsplatz gleich nebenan. Seine Öffnungszeiten sind an die des Jugendzentrums gekoppelt, spätestens um 19 Uhr sei Schluss, erläutern Nickel und Röhrich. Beschwerden über Ruhestörungen im Hof gebe es kaum noch.

Das Hungener Jugendzentrum wird nach Angaben der beiden Betreuer täglich im Durchschnitt von 15 bis 25 Jugendlichen besucht, im Sommer seien es üblicherweise weniger. Eine variable Altersspanne - von sehr jungen Teenies bis jungen Erwachsenen - halten die Verantwortlichen weiterhin für sinnvoll.

JuZ-Besucher wollen chillen

Die meisten Besucher kommen zwischen 15.30 und 18 Uhr, und viele von ihnen wollen einfach nur chillen. Andere spielen Billard, Playstation, Tischfußball, Tischtennis oder nutzen das WLAN. "Für gemeinsame Projekte sind sie wenig bis gar nicht zu begeistern", heißt es in dem Bericht. Im Spannungsfeld zwischen Ganztagsschule, Hausaufgaben und Aufgaben im häuslichen Umfeld betrachteten die Jugendlichen das JuZ als Freiraum, in dem sie nicht auch noch mit Aufgaben und Erwartungen konfrontiert werden wollen.

Es sei ein Ort, an dem man sich mit Freunden treffen und sich bei Bedarf auch Rat holen könne. Schule, Berufswahl, Beziehungen - für diese und andere Probleme hat Florian Röhrich ein offenes Ohr. Gelegentlich suchten auch Eltern das Gespräch mit ihm. Nicht zuletzt durch die Einbindung des Jugendzentrums in die Ferienspiele sei der Dialog mit den Familien intensiver geworden.

Flaute in den Stadtteilen

In den Stadtteilen haben die Verantwortlichen ein nachlassendes Interesse an den Jugendräumen festgestellt, die Angebote in Obbornhofen, Trais-Horloff und Rabertshausen werden aktuell nicht genutzt, auch in Nonnenroth suche man nach neuen Wegen. Es sei für Hauptamtliche schwieriger geworden, stabile Gruppen über einen längeren Zeitraum hinweg zu betreuen und auch nachfolgende Generationen für den Besuch im Jugendraum zu begeistern, schreiben die Verantwortlichen. Das liege an konkurrierenden Freizeitangeboten, aber auch an mangelnder Verantwortungsübernahme in den selbstverwalteten Räumen.

Neuer Standort in Inheiden gesucht

Der von Anja Schwab ehrenamtlich betreute Jugendraum in Inheiden laufe dagegen reibungslos. Allerdings sei man auf der Suche nach einem neuen Standort. Der Seeparkplatz in Inheiden, wo der Doppelcontainer bislang steht, sei zu abgelegen. Gerade Mädchen hätten in der dunklen Jahreszeit Angst. Gut läuft es nach Angaben der Betreuer auch in Steinheim und Langd. Beschwerden über Lärmbelästigung gehörten weitgehend der Vergangenheit an.

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