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Pfingstkonzert im Grünen: "TonArt" beim "Schlossakkord" unter der Leitung von Jochen Stankewitz.

Schlosshof wird zum Konzertsaal

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Hungen (con). Ein außergewöhnliches Konzert zum Jubiläum: 25 Jahre, 25 Lieder - am Pfingstmontag verwandelte sich der Hungener Schlosshof zum Konzertsaal. Denn der Chor "TonArt" feierte im Rahmen seiner Konzertreihe "Schlossakkord" seinen Geburtstag - und dazu wurde den Besuchern so einiges geboten.

Innerhalb eines Vierteljahrhunderts kommt schon einiges an Liedgut zusammen, das gemeinsam geprobt, einstudiert und dann auch aufgeführt wird. "25 Jahre in jeder TonArt" lautete der Titel des Konzerts - auch wenn dieses Motto dann doch nicht ganz zutraf: "Das stimmt natürlich nicht ganz, denn wir haben glaube ich noch nie in Fis-Moll oder Des-Dur gesungen. Und auch bei den Kirchentonarten dürfte die Lücke beträchtlich sein", erklärte Sabine Fellner in der Moderation zum ersten Konzertteil, der im vollbesetzten Schlosshof stattfand.

Orchesterverstärkung in der Kirche

1994 gründeten 14 begeisterte Sänger den Gospelchor in Hungen - der erste öffentliche Chor, der hier Gospels und Spirituals sang. Der schwungvolle Musikstil kam sofort gut an. Der ersten Chorleiterin Hannelore Rahn folgten noch vier weitere, seit acht Jahren ist nun Jochen Stankewitz als Dirigent der "Chef" des Chors. Zwei Jahre nach der Gründung wurde dann der Name "TonArt" gefunden. Heute zählt man 34 Mitglieder - auch wenn diese aufgrund des demografischen Wandels im Schnitt älter sind als zur Gründungszeit. Auch zwei der Gründungsmitglieder sind dem Chor bis heute als Sänger treu geblieben. Und natürlich wurden seitdem viele Geschichten rund um die Musik gesammelt: Zu vielen der präsentierten Liedern hat der Chor eine Verbindung aufgebaut. So zum Beispiel zu "Only you" von den Flying Pickets, das als Liebeslied zum ersten Konzertblock gehörte. "Es gehört auch zu den Stücken, die bei den ›TonArtisten‹ zwar ziemlich beliebt waren, aber lange nicht wirklich zur musikalischen Vollendung kommen sollten", berichtete Fellner und merkte an: "Jochen gibt uns heute - besonders auf etwas Quengeln meinerseits, weil ich das Stück aus nostalgischen Gründen unbedingt im Programm haben wollte - noch einmal eine Chance damit".

Für den zweiten Konzertblock hatte sich der Chor etwas ganz besonderes überlegt, doch leider meinte es der Wettergott nicht allzu Gut mit dem Chor: Eigentlich hätten sich Musiker des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen im Schlosspark verteilen sollen und an den unterschiedlichsten Stellen Lieder spielen und so zu einem musikalischen Rundgang über das Schlossgelände einladen sollen. Doch bei Regen musste man hierzu in die nahe Kirche ausweichen, wo neben dem zweiten instrumentellen Konzertpart auch der dritte und vierte Konzertteil stattfand. Nach einem geistlichen Liederteil stimmte der Chor gemeinsam mit den Musikern des Orchesters elf Stücke von John Rutter an. Ein Konzertblock, auf den sich der Chor besonders freute: "Wir durften als Chor vor etlichen Jahren schon einmal eines seiner großen Werke, das ›Gloria‹, singen und freuen uns auf das heutige Comeback mit John Rutter". Zum besseren Verständnis der Texte lag dem Programmheft eine Übersetzung bei - des Altenglischen dürften nur die wenigsten Konzertbesucher mächtig gewesen sein.

Zum Abschluss ging es wieder zurück auf den Schlosshof, wo mit dem Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" in einem zeitlos schlicht-schönen Satz von Adolf Seifert das musikalische i-Tüpfelchen eines gelungenen Konzertabends gesetzt wurde.

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