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Ruhigere Tage und Nächte

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Von: Ursula Sommerlad

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Symbolischer erster Spatenstich für mehr Lärmschutz an der Hungener Umgehung. © Ursula Sommerlad

Hungen (us). Der Bau der Umgehungsstraße vor mehr als 15 Jahren wurde von vielen Hungenern herbei gesehnt. Bei den Anwohnern am südlichen Stadtrand allerdings hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Früher blickten sie ungestört über Äcker und Wiesen bis zum Feldheimer Wald. Nun leben sie mit der vielbefahrenen Bundesstraße 457 in Sicht- und vor allem in Hörweite.

Ihre Forderungen nach mehr Lärmschutz werden jetzt erfüllt. Ganz in der Nähe des Dirtparks am Schanzenfeld haben am Donnerstag die Bauarbeiten für einen 425 Meter langen Erdwall begonnen. »Wir können mit dieser Maßnahme die Lärmbelastung hörbar reduzieren und wieder für ruhigere Nächte der Anwohner sorgen«, sagte Bürgermeister Rainer Wengorsch beim ersten Spatenstich.

Realisiert wird der Lärmschutzwall vom Langgönser Bauunternehmen Faber & Schnepp, das dafür mineralischen Erdaushub aus anderen Baustellen in der Region verwendet. 15 000 Kubikmeter sollen nach Auskunft von Geschäftsführer Stephan Faber an den Rand der Umgehungsstraße gebracht und zu einem Wall modelliert werden. Es handele sich dabei um einheimische Böden mit passenden biochemischen Parametern. Der gesamte Prozess werde gutachterlich begleitet.

Beim Bau der Umgehungsstraße Anfang der 2000er Jahre hatte der Bund als Bauherr Lärmschutz nur dort realisiert, wo er rechtlich zwingend vorgeschrieben war.

Die Stadt habe sich jedoch bemüht, weitergehenden Wünschen der Anwohner Rechnung zu tragen, erläuterte der Bürgermeister. »Die Situation ist verbesserungswürdig.«

So habe die Stadt in der Vergangenheit bereits in Eigenregie im Bereich Müllerweg/Stockwiesen einen Wall aufgeschüttet. Das Material dafür stammte aus eigenen Baumaßnahmen.

Für den längeren Wall südlich von Kösliner und Stralsunder Straße habe man nun mit Faber & Schnepp einen geeigneten Partner gefunden. »Unterm Strich bleibt der Stadt sogar ein monetärer Benefit«, unterstrich Wengorsch. Weitergebaut wird der Wall immer dann, wenn Erdreich anfällt. Deshalb werde sich die gesamte Maßnahme über zwei, drei Jahre erstrecken. Die Aufschüttung soll fast bis zum bestehenden Wall herangeführt werden.

Nur dort, wo Versorgungsleitungen der OVAG verlaufen, werde zunächst eine Lücke bleiben, erläuterte Bauamtsleiter Thomas Weichmann. Es sei geplant, sie später durch eine Mauer zu schließen.

Der Bürgermeister betonte, dass die jetzt beginnenden Bauarbeiten nichts mit dem geplanten Baugebiet West zu tun haben. Für dessen Realisierung sei noch eine Reihe von Beschlüssen erforderlich. Allerdings sei der Wall eine Voraussetzung, um später Flächen nahe der Bundesstraße überhaupt bebauen zu können.

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