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Rückhaltebecken zügig bauen

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Von: Redaktion

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Hungen (pm). Seit Jahrzehnten ist Hochwasser ein Thema, das Hungen regelmäßig betrifft. Probleme gebe es nicht nur »in dem in schöner Regelmäßigkeit überfluteten Seegebiet von Inheiden und Trais-Horloff«, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung. Das Sommerhochwasser 1981 habe gezeigt, dass auch Teile der Kernstadt und Stadtteile wie Langd, Rodheim und Villingen erheblichen Gefahren durch Überflutungen ausgesetzt seien.

Sie fordern, dass nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels der Hochwasserschutz forciert wird.

»Beobachtungen der Grünen zeigen, dass sich das Gefahrenpotenzial deutlich gesteigert habe. Während in den sechs Monaten, die der Überschwemmung von 1981 vorausgingen, in Hungen zirka 550 Millimeter Niederschlag fielen, reichten im Jahr 2021 im gleichen Zeitraum schon etwa 330 Millimeter aus, um nahezu das gleiche Bedrohungsszenario herbeizuführen«, heißt es in der Pressemitteilung. Dies zeige mehr als deutlich, in welchem Maße das Wasserrückhaltevermögen der Landschaft abgenommen habe. Nicht zuletzt sei der Starkregen 2018 mit Überflutungen in Bellersheim noch im Gedächtnis.

Wasser aufhalten

»Die zunehmende Flächenversiegelung, die nach wie vor erfolgende Entwässerung von großen Teilen landwirtschaftlich genutzter Flächen sowie eine Forstwirtschaft, die durch Rückegassen und immer intensivere Holznutzung Niederschlagswasser in kürzester Zeit aus den Wäldern abfließen lasse, begünstigten schwere Überschwemmungen.« Es sei klar die Aufgabe der Politik, so die Hungener Grünen, Vorsorge zu treffen. Dabei werde es nicht reichen, zwischen Villingen und Hungen ein Rückhaltebecken zu bauen. Frank Bernshausen: »Es müssen vielmehr große Wassermengen möglichst lange in der Fläche gehalten werden, um die Spitzen der Hochwasserwellen in Flüssen und Bächen zu brechen.« Zudem brauche es einen anderen Umgang mit Niederschlagswasser in Siedlungen. Eine Idee sei die »Schwammstadt«. »Es wird höchste Zeit, dass solche Ideen in die Bauleitplanung einfließen«, schreibt Bernshausen.

Die Grünen wollen in der nächsten Sitzungsrunde der städtischen Gremien einen Antrag einbringen: Neben der zügigen Weiterbeplanung des Rückhaltebeckens gehe es um die Erstellung eines Konzepts für die Rückhaltung des Wassers in der Fläche und dessen Umsetzung. Allgemein solle bei der Stadtplanung das Thema Wasser und Klimaanpassung in Zukunft an vorderer Stelle stehen. Darüber hinaus sei zu prüfen, wie die Hungener Feuerwehren für potenziell immer stärkere Schadereignisse als Folge der Klimakrise gerüstet werden könnten.

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