Die Horlofftalbahn auf einem Archivbild. Für die Reaktivierung ist eine Direktverbindung von Lich über Hungen nach Frankfurt im Gespräch. FOTO: ARCHIV FUCHS
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Die Horlofftalbahn auf einem Archivbild. Für die Reaktivierung ist eine Direktverbindung von Lich über Hungen nach Frankfurt im Gespräch. FOTO: ARCHIV FUCHS

Horlofftalbahn

Reaktivierung der Horlofftalbahn: In einem Zug von Lich nach Frankfurt?

  • Patrick Dehnhardt
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Ohne Umsteigen mit dem Zug von Lich nach Frankfurt fahren? Das soll die Reaktivierung der Horlofftalbahn möglich machen.

Nicht nur Hungen, sondern auch Lich könnten durch die Reaktivierung der Horlofftalbahn eine direkte Bahnverbindung nach Frankfurt erhalten. Dies teilte nun das Hessische Verkehrsministerium auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Vor zwei Wochen berichtete die "Gießener Allgemeine Zeitung" im Rahmen der Serie "Lost Places" über die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Hungen und Wölfersheim. Dabei machte Stefan Kannwischer von der AG Horlofftalbahn den Vorschlag, den Zug aus Hungen und den Zug aus Nidda im Bahnhof Beienheim zusammenzukoppeln und dann als einen Zug nach Frankfurt weiterfahren zu lassen. Dieses Modell wird beispielsweise schon bei den Regionalbahnen aus Siegen und Treysa praktiziert, die im Bahnhof Gießen zusammengekoppelt werden.

Verbindung in den Hauptverkehrszeiten

Diese Idee soll bei der Reaktivierung der Horlofftalbahn zum Zuge kommen: Wie das Verkehrsministerium mitteilt, soll die Bahnstrecke nicht nur reaktiviert werden, sondern "zukünftig ein erheblich verbessertes Betriebskonzept" erhalten. Dazu soll die Regionalbahn 47 in der Hauptverkehrszeit im Halbstundentakt, in der Nebenverkehrszeit im Stundentakt von und nach Hungen fahren.

"Einzelne Züge in der Hauptverkehrszeit sollen als durchgehende Verbindung von Lich über Hungen bis Friedberg und weiter nach Frankfurt verkehren", schreibt Pressesprecher Wolfgang Harms. "Das Betriebskonzept des RMV sieht ein Kuppeln und Flügeln (Zugteilung) von Zügen in Beienheim vor."

Bei der AG Horlofftalbahn begrüßte man am Sonntag diese Entwicklung. Die Fahrten von und nach Lich "würden ein mehr an Fahrgästen bringen", sagte Kannwischer. Die Kopplung der Züge im Bahnhof Beienheim sei keine neue Idee, sondern werde seit Jahren von der AG und den Befürwortern der Reaktivierung vorgetragen.

Kannwischer kritisiert jedoch, dass noch immer unklar sei, wann der erste Zug auf der reaktivierten Horlofftalbahn fahren wird. "Seit 2013 wollen die Gemeinden Hungen und Wölfersheim die Wiederinbetriebnahme. Warum dauert das so lange?"

Instandsetzung notwendig

Das Verkehrsministerium erklärte dazu, dass die Strecke derzeit in keinem betriebssicheren Zustand sei, daher eine kurzfristige Reaktivierung nicht möglich wäre. "Erforderlich sind eine vollständige Instandsetzung und Erneuerung sowie ein Ausbau für eine Streckengeschwindigkeit von 80km/h", schreibt Harms. Zudem müsse der Bahnhof Berstadt-Wohnbach zu einem Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden. "All dies erfordert entsprechende Genehmigungsverfahren, die von der DB Netz AG derzeit vorbereitet werden."

Stellwerke erst 2024 und 2025 fertig

Größtes Hindernis derzeit: Die reaktivierte Horlofftalbahn soll einmal von den elektronischen Stellwerken "Gießen-Nidda" und "Reichelsheim" gesteuert werden. "Deren Inbetriebnahme ist also Voraussetzung der Inbetriebnahme der Horlofftalbahn." Die Bahn habe dem Ministerium mitgeteilt, dass die beiden Stellwerke 2024 und 2025 ihren Dienst aufnehmen sollen.

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