Rund 50 Gläubige haben sich zum Gottesdienst auf der Wiese vor der Hungener Stadtkirche eingefunden. FOTO: CON
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Rund 50 Gläubige haben sich zum Gottesdienst auf der Wiese vor der Hungener Stadtkirche eingefunden. FOTO: CON

Pfingstpredigt unter Bäumen - und mit Sicherheitsabstand

  • vonConstantin Hoppe
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Hungen(con). Ein klein wenig Normalität an Pfingsten - oder doch nicht? Die Sonne strahlte, kaum ein Wölkchen trübte den blauen Himmel und auf dem Kirchhof der Hungener Stadtkirche versammelten sich Gläubige zum Gottesdienst - etliche Kirchengemeinden im Gießener Land feierten Pfingsten "open air".

Schon am Eingang zum Hungener Gotteshaus merktet man, dass in diesem Jahr etwas anders war. Eine Schlange hatte sich gebildet: Das vorgeschriebene Notieren von Namen und Telefonnummern der Besucher nahm etwas Zeit in Anspruch. Danach wurden Handdesinfektion und Mund-Nasen-Masken verteilt. Beim ersten Gottesdienst mit versammelter Gemeinde seit zwei Monaten wollte sich noch nicht so recht Normalität einstellen - die Corona-bedingten Auflagen standen im Weg. Pfarrer Marcus Kleinert zeigte sich leicht irritiert beim Blick in die von Masken verborgenen Gesichter: "Aber oberstes Ziel ist nach wie vor, Infektionen zu verhindern".

Gesang vorerst tabu

Der Hof erinnerte wenig an den üblichen Gottesdienst: Stühle waren mit zwei Metern Abstand aufgestellt, und es herrschte Maskenpflicht. Auch vor dem Altar sah es etwas anders aus als sonst: Zwei Kameras filmten und übertrugen den Gottesdienst im Internet für diejenigen, die sich nicht zum Besuch des Open-Air-Gottesdienstes durchringen konnten oder sich dafür zu unsicher fühlten.

Auf Gesang musste die Gemeinde am Pfingstsonntag verzichten: Denn wie schnell sich das zu Corona-Zeiten zu einem Problem entwickeln kann, sieht man derzeit in Frankfurt mit weit über 100 hundert Infizierten nach einem Gottesdienst. Unverkennbar trotz all dieser Änderungen und Auflagen war dass Interesse an gemeinsamen Gottesdiensten: Rund 50 Besucher fanden sich auf der Hungener Kirchenwiese ein.

"Was fangen wir nur mit diesem Pfingstfest im Coronajahr an?", stellt Dekanin Barbara Alt eingangs als Frage an die Gemeinde. "Kein typisches Brunnenfest, kein Gesang - aber man spürt wieder etwas vom Leben, ganz anders als an Ostern, wo Familienbesuche noch nicht möglich waren." Es gebe sowohl Bedenken, Ärger, aber auch gute Nachrichten und neue Ideen in allen Lebensbereichen. Trotz der geltenden Kontaktbeschränkungen bringe die Corona-Krise auch Menschen zusammen - denn alle machten das Gleiche durch. "Jede Krise ist auch die Geburtsstunde für etwas Neues", predigt Alt.

Bereits am kommenden Sonntag, dem 7. Juni, soll erneut ein Gottesdienst im Freien an der Stadtkirche stattfinden. Danach geht es in zweiwöchentlichem Rhythmus mit einem Online- und (bei gutem Wetter) einem Open-Air-Gottesdienst weiter.

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