Im Baugebiet auf dem ehemaligen Disco-Areal wird derzeit die Kanalisation verlegt. FOTO: PAD
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Im Baugebiet auf dem ehemaligen Disco-Areal wird derzeit die Kanalisation verlegt. FOTO: PAD

Nonnenroth ist ausgebucht

  • vonPatrick Dehnhardt
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Kritiker hatten befürchtet, dass das Neubaugebiet in Nonnenroth überdimensioniert sei. Doch nun sind alle 32 Bauplätze reserviert. Nicht die einzige gute Nachricht bei einer Ortsbegehung.

Von der Diskothek "Skyline" ist nur noch ein Haufen Bauschutt übrig. Dieser soll zerkleinert werden, dann als Unterbau für die Straße dienen. "Auf diesem Areal haben früher Familien ihren Anfang genommen", sagte Bürgermeister Rainer Wengorsch bei der Ortsbegehung in Nonnenroth. Nun werden passenderweise auf demselben Areal Familien leben.

Damit erhält eine Industriebrache - neben der Diskothek auch das angrenzende ehemalige "Mäusfabrikareal" - eine Nachnutzung. Ein Baugebiet ohne großen Flächenfraß.

Im Vorfeld hatten Kritiker befürchtet, das Neubaugebiet sei mit 32 Bauplätzen für Nonnenroth überdimensioniert. Jetzt sind alle Plätze reserviert, sagte Wengorsch. "Die große Nachfrage spricht für Nonnenroth." Zudem könnte das Dorf in ein paar Jahren nur fünf Kilometer entfernt von einem Bahnhof mit direkter Zugverbindung nach Frankfurt liegen. Der Bürgermeister berichtete von einer Telefonkonferenz zur Reaktivierung, unter anderem mit der DB Netz. "Die Zeichen stehen auf Grün."

Einige der Bauwilligen schauten sich zusammen mit dem Bürgermeister die Arbeiten vor Ort an. Derzeit wird die Kanalisation verlegt - mit einem eigenen Rohr für Regenwasser. In den nächsten Tagen sollen die Wasserleitungen folgen. Voraussichtlich im Dezember kann der Hausbau beginnen.

Zwei Bauanträge seien bereits genehmigt, informierte der Bürgermeister. Bewusst habe man darauf verzichtet, zu viele Vorgaben im Bebauungsplan zu machen. "Die Menschen möchten ihr Haus nach ihren Vorstellungen errichten." Zwei bis zweieinhalb Geschosse seien erlaubt, das Haus dürfe nicht mehr als 40 Prozent der Grundstücksfläche einnehmen.

Zu den getrennten Abwasserkanälen fragte ein Bürger, ob das Regenwasser über den Löschteich geführt werden würde. Dieser leide im Sommer unter mangelnden Wasserzufluss. Wengorsch sagte, dass er dies prüfen wolle.

Am Steinernen Kreuz zeigte Ortsvorsteher Werner Leipold, wie im Dorf Probleme praktisch gelöst werden: Da für Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen die Bordsteinkanten ein Hindernis sind, eine Absenkung jedoch teuer ist, wurden nun vor den Bordsteinen günstige Rampen aus Gummi angebracht.

Nächste Station war die Schäferwagenherberge. Leipold berichtete, dass im Oktober die 2 000. Übernachtung anstehe. Von April bis Oktober seien die Wagen geöffnet, für kühle Nächte gebe es eine Infrarotheizung. Mittlerweile würden E-Biker aus Frankfurt das Dorf ansteuern, um in den Schäferwagen zu nächtigen. Davon profitiere auch das Gewerbe im Dorf: Selbstversorger würden im nahen Dorfladen einkaufen, andere Gäste ein Frühstück im Hotel buchen.

Wengorsch hatte eine gute Nachricht im Gepäck: Beim Treffen der "Region Gießener Land" hatte er eigentlich nur die Pläne für einen weiteren Schäferwagen vorgestellt, der als Begegnungsraum rund 18 Personen Platz bieten soll. Das Gremium war jedoch so begeistert, dass es ohne zu zögern das Projekt direkt ins LEADER-Programm aufnahm. Damit fördert die EU 70 Prozent der Anschaffungskosten von 55 000 Euro.

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